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| 02:46 Uhr

Gescheiterter MZ-Retter Wimmer muss nächste Woche vor Gericht

Chemnitz. Ex-Rennfahrer Martin Wimmer wollte in Zschopau die MZ-Tradition wieder aufleben lassen. Er scheiterte. Jetzt wird Wimmers großes MZ-Versprechen ein Fall für die Strafjustiz. dpa/roe

Der Ex-Rennfahrer Martin Wimmer muss sich in der kommenden Woche wegen der gescheiterten Rettung des Motorradherstellers MZ vor dem Amtsgericht Chemnitz verantworten. Der 56-Jährige sei wegen Untreue, Insolvenzverschleppung, Veruntreuung von Arbeitsentgelt sowie Bankrott angeklagt, sagte am Freitag Gerichtssprecher Marcus Gnad. Er bestätigte damit Medienberichte.

Wimmer hatte 2009 zusammen mit weiteren Gesellschaftern einen Anlauf zur Rettung des Motorradwerks Zschopau (MZ) unternommen. Er wollte schwere Maschinen bauen, aber auch Elektroroller. Im September 2012 musste er Insolvenz anmelden. Der Prozess gegen Wimmer ist für den 27. März angesetzt. Bislang sei nur ein Verhandlungstag geplant, sagte Gerichtssprecher Gnad. Martin Wimmer hatte nach dem Aus für MZ seine Münchener Hausbank auf Schadenersatz verklagt. Sie habe die Insolvenz ausgelöst, weil sie kurzfristig eine Kreditzusage zurückgenommen habe.

Die Motorrad-Tradition in Zschopau reicht bis in die 20er-Jahre zurück, wo DKW zu einem der größten Motorradhersteller der Welt gehörte. In der DDR genossen die MZ-Motorräder Kultstatus. Rund 3000 Mitarbeiter bauten in Zschopau jährlich bis zu 85 000 Maschinen. Mehrere Investoren versuchten nach dem Mauerfall, an die großen Traditionen anzuknüpfen - und scheiterten. Aktuell werden in Zschopau nur Motorräder für Spezialisten gebaut.