Pro Stunde könnten im Werk des Konsumgüterkonzerns Procter&Gamble im südhessischen Groß-Gerau bis zu 80 000 Bonbons gemacht werden, sagt der Leiter der Qualitätskontrolle, Uwe Engeroff. In diesem Jahr werden die „Wick“ -Hustenbonbons 50 Jahre alt.

Neue dreieckige Form
Die ersten „Wicks“ wurden 1956 in Deutschland hergestellt. Sie schmeckten nach Eukalyptus oder Wildkirsche. Die dreieckige Form der Bonbons sei damals eine Innovation gewesen, sagt Torben Erbrath, Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie in Bonn. In Deutschland produzieren nach Angaben des Verbandes mehr als zwei Dutzend Unternehmen Hustenbonbons. Die „Wicks“ haben nach Angaben von Procter&Gamble auf dem deutschen Bonbonmarkt einen Anteil von rund zehn Prozent. Größter Mitbewerber seien die Kräuterbonbons des Schweizer Unternehmens Ricola.
Procter&Gamble hat 2005 nach eigenen Angaben mehr als zwei Milliarden Bonbons in dem südhessischen Werk produziert, etwa die Hälfte davon wurde in Deutschland verkauft. Mit der anderen Hälfte seien Hustenbonbon-Fans in den anderen europäischen Ländern und im Nahen Osten versorgt worden, sagt Produktionsleiter Gunnar Langhof.

Entwicklung dauert Monate
Für die Entwicklung neuer Bonbonsorten gibt es in Groß-Gerau einen Experten, einen Sensoristen. Von der Idee für eine neue Geschmacksrichtung bis zum Verkauf der Bonbonsorte dauert es etwa neun Monate. „Die Geschmäcker sind verschieden“ , sagt Langhof. Während in Deutschland vor allem fruchtige Sorten gefragt seien, griffen die Niederländer oder Skandinavier gern zu Bonbons mit Lakritzgeschmack.
Den Grundstein für „Wick“ legte der Apotheker Lunsford Richardson 1890 in den USA. Als sein Sohn Husten und Atembeschwerden hatte, erfand er eine Erkältungssalbe. Später folgten weitere Produkte wie Hustensaft und Halsbonbons.