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| 05:50 Uhr

Kleinster Vorrat seit fünf Jahren
Gasreserve in Deutschland schrumpft drastisch

Die Verbraucher müssen sich wegen des geringen Vorrats aber keine Sorgen machen (Archivbild).
Die Verbraucher müssen sich wegen des geringen Vorrats aber keine Sorgen machen (Archivbild). FOTO: dpa, sd pt soe
Wegen der lang anhaltenden Kältewelle sind die Gasspeicher so leer wie zuletzt vor fünf Jahren. Jan Drebes

Der deutsche Vorrat an Erdgas ist wegen der lang anhaltenden Kältewelle auf ein Minimum gesunken. Wie aus Daten der EU-Gasspeicherbehörde GIE hervorgeht, sind die nationalen Gasspeicher derzeit nur noch zu 24,3 Prozent gefüllt.

Das ist der geringste Wert seit fünf Jahren. Nur im April 2013 lag der Wert mit 18 Prozent noch darunter. Das Problem: Ab einem Füllstand von etwa 20 Prozent drohen die unterirdischen Lager wegen des geringen Drucks Schaden zu nehmen - beispielsweise durch eindringendes Wasser. Die Betreiber könnten gezwungen sein, den Hahn zuzudrehen und die Abgabe von Gas etwa an Heizkraftwerke einzustellen.

Wegen der zuletzt sehr niedrigen Temperaturen sank die Reserve sehr schnell. Zum Jahreswechsel waren die Speicher noch zu 66 Prozent gefüllt, Anfang Februar waren es immerhin mehr als 50 Prozent. Diese Rücklagen werden angezapft, weil die sonstigen Lieferungen allein nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.

Im Sommerhalbjahr werden die Speicher befüllt und über den Winter je nach Verbrauch entleert. Verbraucher müssen aber nicht fürchten, dass ihre Heizung bald kalt bleibt. Der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) teilte mit, dass die Gasversorgung auch in der aktuellen Kältewelle normal verlaufe. Lieferungen aus anderen Ländern könnten im Rahmen bestehender Verträge im Bedarfsfall erhöht werden. Kurzfristige Preissprünge am Großhandelsmarkt hätten keine Auswirkungen auf das Portemonnaie der Endkunden.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sieht die Bundesregierung in der Pflicht. "Es ist unverständlich, weshalb die Befüllung der Gasspeicher nur nach Marktpreissignalen, nicht aber nach Versorgungssicherheitsaspekten geschieht", sagte Krischer. Die große Koalition müsse handeln. "Der Bundesrat hat hierzu klare Beschlüsse und fordert eine nationale Erdgasreserve." Krischer forderte einen Ausbau erneuerbarer Energien, um von fossilen Energieträgern unabhängig zu werden.