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Frühjahr bringt Schwung in den Arbeitsmarkt

Cottbus/Bautzen. Sowohl in Südbrandenburg als auch in Ostsachsen erholt sich der Arbeitsmarkt weiterhin spürbar. Nie zuvor gab es so viele offene Stellen in der Region. Die Einführung des Mindestlohns setzt diesem positiven Trend kein Ende. Anja M. Lehmann

Die positive Entwicklung auf dem Lausitzer Arbeitsmarkt setzt sich fort. "Im Monat März verspürte der Arbeitsmarkt in Ostsachsen eine erste leichte Frühjahrsbelebung", teilt Thomas Berndt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen, mit. Dem größten Zuwachs an offenen Stellen seit dem Jahr 2000 folgt nun ein deutlicher Anstieg erfolgreicher Vermittlungen: 800 Arbeitsuchende haben im März eine neue Stelle angetreten.

Die Arbeitslosenquote sank auf 10,8 Prozent. Hoyerswerda mit 3925 Arbeitslosen und Weißwasser (2827) liegen mit Quoten von 11,6 sowie 13,6 Prozent weiter über dem ostsächsischen Durchschnitt. Jedoch verzeichnen auch sie einen Rückgang um 8,5 Prozent im Vergleich zum Februar. Nur im Raum Görlitz - der einzigen Stadt Ostsachsens mit einem Zuwachs an Arbeitslosen - gibt es weniger Erwerbstätige (14,9 Prozent). Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen bleibt mit 2896 auf dem hohen Niveau des Vormonats. Das stimmt auch Thomas Berndt zuversichtlich: "Wir konnten wieder rund 1000 neue Stellen aufnehmen." Hohe Fluktuation verzeichnen weiter der Hoch- und Tiefbau (205 Abmeldungen bei 96 Zugängen), Fahrzeugführer (156 zu 86) und Verkäufer (91 zu 80).

Höchststand an offenen Stellen

In Südbrandenburg gibt es die meisten offenen Stellen im Dialogmarketing. In den Top-Ten der gemeldeten Arbeitsstellen wird eines deutlich: Es fehlt an Fachkräften. Gesucht werden neben Köchen, Verkäufern und Kraftfahrern vor allem Fachkräfte für Gastro-Service, Bauelektrik, Schweiß-, Klima- und Sanitärtechnik sowie in der Altenpflege.

Über 4078 Stellen hat die Agentur für Arbeit Cottbus derzeit im Angebot. "Insgesamt verzeichnen wir den höchsten Stand an Arbeitsstellen seit der Statistikführung", teilt Bereichsleiterin Sylvia Sahanic mit. Die Herausforderung bestehe darin, die Stellen auch zu besetzen.

Zwar sank die Arbeitslosenquote im März von 10,4 auf 9,9 Prozent. Dennoch sind weiterhin 32.273 Südbrandenburger ohne Job (minus 4,5 Prozent). Angespannt bleibt die Lage im Landkreis Spree-Neiße: Die Kreisstadt Forst behält mit einer Quote von 13,8 Prozent die rote Laterne. Aber auch im Raum Senftenberg (13,6 Prozent) und Finsterwalde (13,1 Prozent) gestaltet sich der Arbeitsmarkt schwierig.

Der Landkreis Dahme-Spreewald (minus 17,6 Prozent) hingegen profitiert weiter von der Nähe zu Berlin. In Luckau sank die Arbeitslosenquote auf 5,6 Prozent. Hier waren diesen Monat ein Viertel weniger Menschen arbeitslos gemeldet als noch im Februar. Auch die Jugendarbeitslosigkeit sinkt weiter. Derzeit sind 1242 Jugendliche in Südbrandenburg auf Job-Suche.

Weit weniger als erwartet spiegelt sich die Einführung des Mindestlohnes in der Statistik wider: Lediglich in 79 Fällen wurde er als Kündigungsgrund angegeben. Betroffen waren vor allem der Einzelhandel, die Gastronomie sowie Bäckereien. "Wir gehen nicht davon aus, dass sich die Einführung des Mindestlohns auf den Arbeitsmarkt auswirkt", prognostiziert Sylvia Sahanic.