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| 19:35 Uhr

Frauentag
Frauen im Job vor großen Hürden

Berlin. Studie: Vereinbarkeit von Familie und Job bleibt Hindernis auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Von Stefan Vetter

Immer mehr Frauen wollen nach einer noch unveröffentlichten Untersuchung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ein eigenes Unternehmen gründen. Der Untersuchung zufolge, die der RUNDSCHAU vorliegt, zeigten bei den Gründerberatern der bundesweit 79 Industrie- und Handelskammern (IHK) zuletzt rund 80 000 Frauen pro Jahr Interesse an einer Selbstständigkeit. Damit machen sie fast die Hälfte aller Gründungsinteressierten bei den IHK aus. Der Anteil der tatsächlichen Geschäfts- oder Firmengründungen durch Frauen liegt aber nur bei knapp 30 Prozent pro Jahr. 70 Prozent der Gründer sind Männer. „Viele Frauen gehen den Schritt in die Selbstständigkeit dann doch nicht. Kerngrund sind häufig Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Vollzeittätigkeit“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der RUNDSCHAU.

Dabei verliert die deutsche Wirtschaft auf diese Weise offenkundig viel Potenzial. So gibt etwa die Hälfte der Gründerberater an, dass Frauen ihre unternehmerischen Fähigkeiten realistischer einschätzen als Männer. Dass Frauen ihre Gründungsvorhaben sorgfältiger planen als Männer, sagen sogar mehr als zwei Drittel der IHK-Experten.

Ein weiterer Befund: Deutlich mehr Frauen als Männer erhoffen sich gerade von einer Selbstständigkeit flexiblerer Arbeitszeiten, um Familie und Erwerbstätigkeit besser unter einen Hut zu bringen. Der am Ende weitaus geringere Gründungsanteil durch Frauen scheint aber zu belegen, dass gerade diese Hoffnung häufig enttäuscht wird.