Von Julia Weise

Verkäufer von Wohnimmobilien sollen künftig die anfallenden Maklerprovisionen allein bezahlen. Dies fordert Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD). Mit ihrem Gesetzesentwurf forciert sie die Einführung eines Bestellerprinzips. Bisher gilt das lediglich für die Vermietung von Wohnungen. Der Vorschlag stößt im Innenministerium sowie bei der Union auf wenig Gegenliebe. Auch vom Maklerverband IVD hagelt es allerdings heftige Kritik am Entwurf der Justizministerin.

Was soll sich ändern?

Das bei Wohnungen seit dem Jahr 2015 wirksame Bestellerprinzip soll künftig auch für den Verkauf von Wohnimmobilien gelten: Wer einen Makler beauftragt, der muss dessen Provision bezahlen. Beim Verkauf einer Immobilie fällt in der Regel eine Gebühr von bis zu 7,14 Prozent des Preises an. In einigen Bundesländern – darunter auch in Berlin und Brandenburg – ist es Praxis, dass der Käufer diese allein entrichtet. In anderen, darunter Baden Württemberg, ist eine Teilung der Kosten zwischen Käufer und Verkäufer üblich.

Wer kann profitieren?

Vor allem Käufer sollen durch die Umlage entlastet werden. „Ein eigenes Zuhause wird für junge Menschen und Familien immer schwerer zu finanzieren“, sagte die Ministerin der Süddeutschen Zeitung. In Zeiten der Wohnungsnot habe es sich eingebürgert, dass die Provision allein vom Käufer gezahlt werde. Durch die Anwendung des Bestellerprinzips könne man für einen „echten Wettbewerb und faire Preise bei den Maklerkosten“ sorgen, machte Barley gegenüber der RUNDSCHAU ihre mit der Gesetzesänderung verbundenen Hoffnungen deutlich.

Werden Käufer künftig zwangsläufig entlastet?

Kritiker befürchten, die Maßnahme werde ihren Zweck verfehlen. So könnten die Verkäufer ihre Mehrkosten schlicht auf den Kaufpreis aufschlagen. Zudem erhalte der Käufer durch die fehlende Vertragsbindung mit dem Makler keine Beratung mehr. „In 75 Prozent der Märkte wird die Provision zwischen Käufer und Verkäufer geteilt“, erläutert Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD. Das werde von allen Beteiligten als fair empfunden und sollte als bundesweite Lösung in Betracht gezogen werden.