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Macht diese Limo krank?
Foodwatch attackiert Coca-Cola – Konzern widerspricht

Macht Coca-Cola krank? Foodwatch sagt ja, der Getränke-Konzern sagt nein.
Macht Coca-Cola krank? Foodwatch sagt ja, der Getränke-Konzern sagt nein. FOTO: A3397 Gero Breloer / dpa
Berlin. Coca-Cola sei laut Foodwatch verantwortlich für Fettleibigkeit und Diabetes. Der Getränkekonzern widerspricht.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat dem Coca-Cola-Konzern vorgeworfen, für die Zunahme von Fettleibigkeit und Diabetes mitverantwortlich zu sein. Der Weltmarktführer von Limonaden verharmlose wissenschaftlich belegte Risiken seiner zuckerhaltigen Getränke, sagte der Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland, Martin Rücker, am Mittwoch in Berlin.

Coca-Cola versuche zudem, durch Lobbyarbeit Werbeverbote und Sondersteuern zu torpedieren. Mit Kampagnen im Internet und Fernsehen würden besonders Kinder und Jugendliche ins Visier genommen, kritisierte Foodwatch. In einem 100-seitigen Bericht hat der Verein die seiner Ansicht nach fragwürdige Strategie des US-Herstellers zusammengefasst.

Coca-Cola wies die Vorwürfe zurück. Man investiere überproportional viel in die Werbung für Getränke ohne oder mit weniger Zucker, hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme. Coca-Cola werbe außerdem nicht in Medien, die sich mehrheitlich an Kinder unter zwölf Jahren richten. Diese Selbstverpflichtung werde regelmäßig von unabhängigen Dritten überprüft.

Der US-Getränkekonzern hat zudem den Zuckergehalt von zwei seiner Limonaden in Großbritannien verringert. Dies habe aber nichts mit der Zuckersteuer zu tun, die dort von April an fällig wird, sagte eine Sprecherin von Coca-Cola Deutschland unlängst auf Anfrage in Berlin. Vielmehr habe das Unternehmen in Großbritannien „bereits viele Jahre vor der Ankündigung der Steuer beschlossen, den Zuckergehalt in Getränken zu reduzieren“.

Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über den den geringeren Zuckeranteil berichtet. Sie berief sich auf Informationen der Verbraucherorganisation Foodwatch, die sich wiederum auf einen Bericht der britischen Haushaltsbehörde OBR bezog. Demnach habe Coca-Cola den Zuckergehalt für Fanta von 6,9 auf 4,6 Gramm je 100 Milliliter reduziert und für Sprite von 6,6 auf 3,3 Gramm. Wann die Umstellung erfolgte, blieb zunächst unklar.

Die Coca-Cola-Sprecherin verwies darauf, dass sich das Unternehmen zusammen mit anderen Herstellern 2017 verpflichtet habe, den Zuckergehalt in seinen Limonaden in der EU bis 2020 um durchschnittlich 10 Prozent zu senken. „Bei Sprite werden wir noch in diesem Jahr den Zuckergehalt in Deutschland um 50 Prozent verringern“, sagte sie. Derzeit seien es 9,1 Gramm in 100 Millilitern. Von Sprite und anderen Softdrinks gebe es auch zuckerfreie Varianten, fügte sie hinzu.

(dpa/fh)