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| 11:56 Uhr

Steuer-Serie
Fehler in der Steuererklärung müssen korrigiert werden

Bei der Steuererklärung müssen Steuerzahler ehrlich sein.  Wer nach Abgabe der Steuererklärung feststellt, dass er trotz aller Sorgfalt etwas vergessen hat, muss umgehend handeln. Foto: dpa
Bei der Steuererklärung müssen Steuerzahler ehrlich sein. Wer nach Abgabe der Steuererklärung feststellt, dass er trotz aller Sorgfalt etwas vergessen hat, muss umgehend handeln. Foto: dpa FOTO: Robert Günther / dpa-tmn
BERLIN/NEUSTADT. Steuerzahler müssen bei ihrer Steuererklärung ehrlich sein. Wer nach Abgabe feststellt, dass er Angaben vergessen hat, ist verpflichtet, diese Fehler unverzüglich anzuzeigen und richtig zu stellen. Von Falk Zielke

Manche Frage traut man sich kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen. Doch wie gut, dass einen Freund gerade ganz genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir doch mal für ihn nach.

Die Frage lautet: Mein Freund hat einen Fehler in der Steuererklärung gemacht und dies erst später gemerkt — muss er diesen Fehler im Nachhinein noch korrigieren und wie geht das?

Die Antwort: Steuerzahler müssen bei ihrer Steuererklärung ehrlich sein. „Wenn ein Steuerzahler feststellt, dass er Einnahmen vergessen hat, ist er verpflichtet, diesen Fehler unverzüglich anzuzeigen und die erforderliche Richtigstellung vorzunehmen“, erklärt Christina Georgiadis von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH) in Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz). Geregelt ist das in Paragraf 153 der Abgabenordnung (AO). Die Berichtigung kann durch Abgabe einer korrigierten Steuererklärung oder formlos beim zuständigen Finanzamt erfolgen.

Eine Einspruchsfrist ist in diesem Fall unerheblich, da diese nur für Fehler des Finanzamts gilt. „Wichtig ist die sogenannte Festsetzungsfrist“, erklärt Georgiadis. Solange diese noch nicht abgelaufen ist, müssen Angaben korrigiert werden.

Die Festsetzungsfrist beträgt laut Gesetz im Normalfall vier Jahre, bei leichtfertiger Steuerverkürzung fünf und bei Steuerhinterziehung zehn Jahre. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuererklärung eingereicht wurde.

Angst vor Strafverfolgung müssen Steuerzahler nicht sofort haben. „Strafbar macht sich der Steuerzahler nur, wenn er vorsätzlich unrichtige Angaben macht oder bei Entdeckung des Fehlers diesen nicht unverzüglich anzeigt und berichtigt“, erklärt Georgiadis.

Die Vorgehensweise und die Fristen sind geregelt in Paragraf 153 Abgabenordnung (AO) - Berichtigung von Erklärungen und in Paragraf 169 Abgabenordnung (AO) - Festsetzungsfrist.