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Vertrauensbruch im Datenskandal
Facebook-Chef entschuldigt sich bei deutschen Nutzern

Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg (Archivbild vom 09.11.2017).
Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg (Archivbild vom 09.11.2017). FOTO: dpa, JVR kde
Exklusiv | Berlin. Mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen bittet Facebook-Chef Mark Zuckerberg jetzt auch die deutschen Nutzer um Entschuldigung für die unerlaubte Verwendung ihrer Daten. Ähnliche Annoncen hatte das soziale Netzwerk im bereits vor zwei Tagen in Großbritannien geschaltet.

"Du hast vermutlich gehört, dass die Quiz-App eines Wissenschaftlers im Jahr 2014 unerlaubt die Facebook-Daten von Millionen von Menschen weitergegeben hat. Das war ein Vertrauensbruch, und ich möchte mich dafür entschuldigen, dass wir damals nicht mehr dagegen getan haben", hieß es am Dienstag in der ganzseitigen, von Zuckerberg unterzeichneten Anzeige, die unter anderem in der "Süddeutschen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" stand.

Weiter heißt es in der Annonce: "Es ist unsere Verantwortung, deine Informationen zu schützen. Wenn wir das nicht können, haben wir diese Verantwortung nicht verdient." Facebook unternehme nun die notwendigen Schritte um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal passiere.

Zuckerberg hatte sich am Sonntag bereits in mehreren britischen Zeitungen für den Datenskandal entschuldigt. Am Montag hatte sich Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) mit europäischen Facebook-Vertretern in Berlin getroffen.

Datenskandal zieht Kreise

Vor rund einer Woche war bekanntgeworden, dass sich die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hat. Mit Hilfe dieser Daten sollen Wähler im US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump gezielt mit unerlaubter Wahlwerbung beeinflusst worden sein.

EU-Kommissarin Vera Jourová warnte in einem Schreiben an Facebook vor negativen Auswirkungen durch Datenmissbrauch auf demokratische Wahlen. Das soziale Netzwerk sei seit vielen Jahren eine Plattform für Politmarketing, schreibt Jourová in einem Brief an Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, der der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel vorliegt. Die offiziellen Äußerungen des Konzerns und ihres Chefs Mark Zuckerberg hätten ihre Bedenken nicht ausräumen können. Der Brief wurde am Montagabend versandt.

(oko)