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EZB lässt Leitzins trotz Mini-Inflation bei 0,25 Prozent

Frankfurt/Main. Auch wenn die Inflation seit Monaten extrem niedrig ist: Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihr Pulver vorerst trocken. Der EZB-Rat beschloss am Donnerstag in Frankfurt, den Leitzins im Euroraum bei 0,25 Prozent zu belassen, wie die Notenbank mitteilte. dpa/rdh

Dabei verharrte die Jahresteuerung im Euroraum im Februar wie in den beiden Vormonaten bei 0,8 Prozent - und ist damit weit entfernt vom Stabilitätsziel der EZB von knapp unter 2,0 Prozent. Das hatte die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinssenkung steigen lassen.

Denn die Angst vor einer Deflation lässt nicht nach. Allerdings dämpfte EZB-Präsident Mario Draghi mehrfach die Sorgen vor einer Abwärtsspirale aus sinkenden Verbraucherpreisen quer durch die Warengruppen, bei der Verbraucher und Unternehmen in Erwartung weiter sinkender Preise in Käufer- und Investitionsstreik treten: "Wir befinden uns definitiv nicht in einer Deflation." Jedoch sei eine lange anhaltend niedrige Inflation ein "Risiko an sich". Denn je länger die Teuerung gering bleibe, umso größer seien die Risiken eines weiter sinkenden Preisauftriebs, hatte Draghi erklärt. Die EZB hatte angekündigt, sie werde sich entschieden gegen einen Preisverfall stemmen. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und kurbeln so die Wirtschaft an. Das stärkt tendenziell den Preisauftrieb.

In ihrer neuesten Prognose vom Donnerstag senkten die Währungshüter ihren Inflationsausblick im laufenden Jahr erneut von bisher 1,1 auf 1,0 Prozent. Auch danach werde sich der Preisauftrieb kaum beschleunigen, so Draghi . Demnach steigen die Verbraucherpreise 2015 um 1,3 Prozent.