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| 08:54 Uhr

Frankfurt/M.
EZB belässt Zinsen auf Rekordtief

Frankfurt/M.. Die lockere Geldpolitik geht weiter. Steigende Zinsen gibt es wohl erst 2019.

Die lockere Geldpolitik geht weiter. Steigende Zinsen gibt es wohl erst 2019.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält sich angesichts wachsender Sorgen vor Handelskonflikten alle Optionen offen. Der EZB-Rat beließ bei seiner gestrigen Zinssitzung den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem müssen Geschäftsbanken, die Geld bei der Notenbank parken, dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, teilte die EZB mit.

Die Währungshüter gaben zunächst auch keinen weiteren Hinweis auf einen schrittweisen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik. Beobachter hatten erwartet, dass sich EZB-Präsident Mario Draghi Zeit lassen wird, den nächsten Schritt anzudeuten. Denn Handelskonflikte könnten die wirtschaftlichen Aussichten für den Euroraum gefährden. Zudem deuten Daten auf eine Konjunkturdelle zu Beginn des laufenden Jahres hin. Ökonomen rechnen aber nicht mit einem Ende des Aufschwungs.

Bei der Zinsentscheidung im März hatten die Währungshüter zuletzt auf die zuletzt übliche Formulierung verzichtet, dass die Notenbank ihre milliardenschweren Anleihenkäufe ausweiten könnte, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. Volkswirte werteten das als Signal zur Vorbereitung der Finanzmärkte auf ein Ende der Geldflut.

Im Oktober hatte die EZB ihr gewaltiges Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen um neun Monate bis mindestens Ende September 2018 verlängert, das monatliche Volumen von Januar an aber auf 30 Milliarden Euro halbiert. Ökonomen erwarten, dass die EZB gegen Ende dieses Jahres ihre Wertpapierkäufe einstellen wird. Mit steigenden Zinsen sollten Sparer aber frühestens 2019 rechnen.

Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke. Trotz eines leichten Anstiegs im März auf 1,3 Prozent ist die Inflation im Euroraum weit von dem Ziel entfernt.

(dpa)