In diesem Fall könnte auch der Benzinpreis auf mehr als 1,50 Euro pro Liter in die Höhe schnellen. Besonders der Atomkonflikt mit dem Iran und die bevorstehende Feriensaison könnten zu dem Anstieg beitragen.
Der Ölpreis verharrte gestern auf hohem Niveau, sank aber leicht unter den Rekordstand von Dienstag. Auch an deutschen Tankstellen war keine Entspannung in Sicht.
Der Ölpreis werde wegen der beginnenden Feriensaison auf "etwa 75 bis 80 Dollar" steigen, sagte Tony Nunan, Energie-Risikomanager bei Mitsubishi Corp., in Tokio. "Wenn der Atomstreit mit dem Iran eskalieren sollte, dann sind sehr kurzfristig auch Ölpreise über 80 Dollar je Barrel möglich", erklärte die Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung der "Berliner Zeitung". Das könne an den Tankstellen in Deutschland Benzinpreise von 1,50 Euro und mehr bedeuten. "Falls der Iran als Lieferland ausfällt, dann sind wir ganz schnell bei Ölpreisen über 100 Dollar", sagte sie. "Dann explodiert der Preis, dann haben wir eine handfeste Energiekrise."
Nach den historischen Höchstständen vom Dienstag sank der Ölpreis an den Handelsplätzen London und New York zunächst leicht. In London kostete gestern ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent im elektronischen Handel bis zu 72,39 Dollar und damit zwölf Cent weniger als am Vortag. In New York wurden für ein Fass der Referenzsorte Light Sweet Crude 71,00 Dollar bezahlt, 35 Cent weniger als am Dienstag.
Auch bei den Kraftstoffpreisen ist keine Entspannung in Sicht. Bei dem Mineralölkonzern Total kostete der Liter Super gestern Nachmittag 1,359 Euro pro Liter und damit drei Cent mehr als am Dienstagvormittag, wie ein Total-Sprecher sagte. Der Liter Diesel kostete gestern im bundesweiten Durchschnitt rund 1,15 Euro. (AFP/rb)