Er sei zwar ein Befürworter dieser Anleger, die mit unterschiedlichen Finanzmanövern auch unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung hohe Gewinne erzielen wollten. Allerdings müssten sie "in die Regularien eingebunden werden, damit sie den Kapitalmärkten nicht schaden, sondern nützen", sagte Seifert gestern bei einer Buchvorstellung.
Als Großaktionäre der Deutschen Börse hatten einige Hedge Fonds Seiferts Pläne zur Übernahme der Londoner Börse durchkreuzt und ihn schließlich aus dem Amt gedrängt. Die Ereignisse schildert und kommentiert der Ex-Manager in dem gestern im Econ Verlag erschienenen Buch "Invasion der Heuschrecken". Seifert nahm in diesem Zusammenhang die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Schutz: "Die BaFin hat getan, was sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun konnte." Es sei aber bei der Öffnung der Kapitalmärkte in Deutschland vergessen worden, "die Sanktionsmöglichkeiten mitzuentwickeln".
Seifert und sein Co-Autor, der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Joachim Voth, werfen den Hedge Fonds vor, als Minderheitsaktionäre zu dominant aufgetreten zu sein und zudem ihr Vorgehen unerlaubt abgesprochen zu haben.
So seien etwa Briefe unterschiedlicher Absender vom gleichen Faxapparat abgesandt worden. Die BaFin hatte die Fonds vom Verdacht des "Acting in Concert" (gemeinsames Vorgehen) freigesprochen. Allerdings müsste dieser Umstand künftig präziser definiert werden, forderte Seifert. BaFin-Präsident Jochen Sanio hatte mehrfach öffentlich mehr Transparenz für Hedge Fonds auf internationaler Ebene gefordert und sie als das "schwarze Loch" der Finanzmärkte bezeichnet. (dpa/pk)