Die "extremen Forderungen" der USA, Brasiliens, Australiens, Neuseelands und Kanadas nach einer Liberalisierung der Agrarmärkte würden aber den meisten Entwicklungsländern schaden, sagte Mandelson gestern in Berlin. Er bezeichnete zugleich die bisherigen Vorschläge der USA für eine Senkung der Agrarzölle als "taktisch".
Die Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) kommen vom 13. bis 18. Dezember zu einer Ministerkonferenz in Hongkong zusammen. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy hatte am Wochenende den Entwurf für ein Abschlussdokument vorgelegt, das keine konkreten Zahlen für den Abbau von Zöllen und Subventionen nennt. Mandelson betonte, es werde schon als Erfolg angesehen, wenn Hongkong ohne einen Bruch zu Ende gehe. "Wir sollten aber mehr versuchen als bloß zu überleben", fügte er hinzu. Man müsse eine "bestmögliche Plattform" bauen, um die 2001 in Doha begonnenen Verhandlungen über Zollsenkungen 2006 erfolgreich abschließen zu können. Die als "Entwicklungsrunde" bezeichnete Doha-Runde hat zum Ziel, die Lage der Entwicklungsländer zu verbessern.
Mandelson bekräftigte, dass die EU ihr Agrarangebot, das unter anderem eine Senkung der Importzölle um 46 Prozent vorsieht, nicht nachbessern werde. "Was diese Runde jetzt braucht, sind keine neuen Agrarangebote, sie braucht vielmehr von einigen Hauptverhandlungspartnern ein erstes Angebot für Industriegüter und Dienstleistungen". (dpa/maf)