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| 09:45 Uhr

Zukunftsforschung
Mammutprogramm für die Zukunftsforschung

 Der Brandenburger Europaabgeordnete Christian Ehler (CDU) hat als Berichterstatter der EVP „Horizon Europe“ federführend auf den Weg gebracht.
Der Brandenburger Europaabgeordnete Christian Ehler (CDU) hat als Berichterstatter der EVP „Horizon Europe“ federführend auf den Weg gebracht. FOTO: LR / Büro Ehler
Brüssel. Das EU-Parlament hat das größte Forschungsprojekt der Welt auf den Weg gebracht. 100 Milliarden Euro sind im Topf. Auch die Lausitz könnte profitieren. Von Jan Siegel

In der Woche vor Ostern hat die Europäische Union in Brüssel die Weichen für das größte Forschungsprogramm der Welt gestellt. An die 100 Milliarden Euro könnten dabei bis 2027 in die anwendungsnahe Forschung fließen. Signifikante Schwerpunkte dabei sollen nach dem Willen der Verfasser die Krebsforschung – vor allem die Kinderkrebsforschung – und die Forschungen zur ökologischen Umstellung energieintensiver Industrien in Europa werden.

Zu den federführenden Autoren des zukunftsweisenden, internationalen Forschungsprogramms gehört der Brandenburger Europaabgeordnete Christian Ehler (CDU). Er hatte als Berichterstatter der Fraktion der Europäischen Volksparteien (EVP) das ehrgeizige Programm „Horizon Europe“ mit auf den Weg gebracht und verhandelt.

Spezielles Programm für Regionen im Umbruch

Ehler ist überzeugt, dass gerade Brandenburg und die zum industriellen Strukturwandel gezwungene Lausitz von dem europäischen Forschungsprogramm profitieren können. „Wir haben ein spezielles Programm für Kohle- und Industrieregionen im Umbruch verankert, das für den Umbau energieintensiver Standorte von großer Bedeutung ist“, gibt sich Christian Ehler überzeugt. „Wir helfen hier bei der Einführung umweltfreundlicherer Technologien und stellen Mittel für den technischen Strukturwandel in der Lausitz bereit. Das ist entscheidend, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten.“ Neben der Lausitz könnten in Brandenburg auch die energieintensiven Stahlproduktionsstandorte in Hennigsdorf, Schwedt und Eisenhüttenstadt profitieren, ist Ehler überzeugt.

BTU-Forschungen zu ähnlichen Themen laufen bereits

Angesichts der langen Zeiträume – bis 2027 – und der riesigen Summen – bis zu 100 Milliarden Euro –, die bei „Horizon Europe“ im Spiel sind, erschließt sich der praktische Nutzen für die Lausitz erst auf den zweiten Blick. Wer aber berücksichtigt, dass sich beispielsweise das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einer eigenen hochkarätigen Forschungseinrichtung in Cottbus ansiedeln soll, die sich mit der ökologischen Umstellung energieintensiver Industrien beschäftigt, kann die neuen EU-Finanzierungsmöglichkeiten erahnen. Außerdem beschäftigen sich schon zahlreiche Forschungen an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg längst mit ähnlichen Themenfeldern. Hinzu kommen Fraunhofer-Forschungseinrichtungen in der Lausitz, die direkt von „Horizon Europe“ profitieren können. „Weil der Finanzierungsschwerpunkt zum ersten Mal von der CO2-freien Energieerzeugung unmittelbar auf die industrielle Umsetzung verlagert wird“, erläutert Ehler. Insgesamt könne „Horizon Europe“ damit die Spielregeln der Forschungsförderung in Europa grundlegend ändern und wegweisende Impulse für die Industrie setzen.

 Christian Ehler ist überzeugt, dass gerade die Lausitz von dem neuen Programm profitieren kann.
Christian Ehler ist überzeugt, dass gerade die Lausitz von dem neuen Programm profitieren kann. FOTO: Angelika Brinkop

Neu ausgerichtet wird dabei auch die bisher sehr komplizierte Beantragung von Fördermitteln. Unis, Institute und Industrie können sich mit jeder Idee bewerben, ohne wie bisher eine entsprechende Ausschreibung abwarten zu müssen. „Darüber hinaus haben wir auch ein eigenes Programm für kleine und mittlere Unternehmen wiedereingeführt und dem Marie-S.-Curie-Programm mehr Flexibilität verliehen, damit Forscherinnen Beruf und Familie besser vereinbaren können“, sagt Ehler. Mit „Horizon Europe“ stehen die Schwerpunkte der EU-Investitionen in Forschung und Entwicklung fest. Der genaue finanzielle Umfang wird aber erst mit der langfristigen Finanzplanung bis 2027 festgelegt.