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| 18:16 Uhr

Monsanto-Übernahme
EU am Ziel, Bayer noch nicht

Bayer will Monsanto übernehmen (Symbolbild).
Bayer will Monsanto übernehmen (Symbolbild). FOTO: afp
Exklusiv Mit dem Okay von EU-Kommissarin Margrethe Vestager kommt Bayer seinem Ziel nun einen großen Schritt näher. Aber der Konzern-Chef muss zeigen, dass er Monsanto nicht nur übernehmen, sondern auch integrieren kann. Antje Höning

Bayer-Chef Werner Baumann hat mit der Übernahme von Monsanto alles auf eine Karte gesetzt - für den Konzern und für sich selbst. Wenn die Übernahme scheitert, kann er gehen - und Bayer würde zum potenziellen Übernahmeobjekt für globale Pharmariesen. Das zu verhindern, war von Anfang an der treibende Gedanke hinter dem Deal. Mit dem Okay von EU-Kommissarin Margrethe Vestager kommt Bayer seinem Ziel nun einen großen Schritt näher.

Der Preis ist allerdings hoch: Bayer muss nahezu sein gesamtes Saatgutgeschäft abgeben. Und Vestager fordert noch mehr, um glaubhaft zu zeigen, dass sie keine Erfüllungsgehilfin der Konzerne ist, sondern die massiven Bedenken der Bauern und Verbraucherschützer ernsthaft berücksichtigt. (Das gilt umso mehr, als der Deal hochpolitisch ist und so viele Kritik hervorgerufen hat wie selten eine Übernahme zuvor.) Vestager zwingt Bayer, auch wichtige Zukunftsgeschäfte in den Bereichen Digitalisierung und Forschung abzugeben. Sie schaut eben nicht nur auf die drohende Monopolisierung heute, sondern vor allem auf die Zukunft - und das ist klug.

BASF hat durch den Deal gewonnen

Die mächtige Dänin ist damit am Ziel, Baumann noch nicht. Zum einen steht noch die Zustimmung der US-Behörden aus, die Bayer zunächst unterschätzt hat. Zum anderen muss Baumann zeigen, dass er Monsanto nicht nur übernehmen, sondern auch integrieren kann.

Die Integration von Merck, die Bayer bis heute nicht geschafft hat, ist hier keine Empfehlung. Dass Monsanto einer der unbeliebtesten Konzerne der Welt ist, machte die Sache nicht einfacher.

Der Gewinner des Ganzen ist schon heute BASF. Ohne selbst allzu viel Geld in die Hand zu nehmen, werden die Ludwigshafener zu einer neuer Größe in der Agrochemie - weil sie einfach nur die Rosinen aufsammeln, die Bayer nun abgeben muss. (Dass die Arbeitnehmer, die Bayer nun abgibt, bei BASF in gute Hände kommen, ist dabei eine gute Botschaft.)