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| 15:36 Uhr

Technik der Zukunft
Erste Batteriezellen-Allianz geht weit an der Lausitz vorbei

 Mobile-Energiespeicher: Zu Batteriezellen gibt es derzeit keine ernstzunehemnde Alterantive bei der Elektromobilität.
Mobile-Energiespeicher: Zu Batteriezellen gibt es derzeit keine ernstzunehemnde Alterantive bei der Elektromobilität. FOTO: BTU Cottbus-Senftenberg / BTU Cottbus Senftenberg
Cottbus. Die Lausitz setzt große Hoffnungen auf die Ansiedlung einer Fabrik zur Produktion von Batteriezellen auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie. Doch das Bundeswirtschaftsministerium macht sich jetzt erst einmal stark für ein deutsch-französisches Konsortium im Westen. Von Jan Siegel

Deutschland und Frankreich wollen eine Batteriezellen-Allianz schmieden, um den führenden Herstellern in Asien Paroli bieten zu können. Deshalb wird Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag bei seinem französischen Amtskollegen in Paris erwartet.

Die beiden Minister haben der EU-Kommission in einer Absichtserklärung ein grenzüberschreitendes Batterie-Konsortium vorgeschlagen, das beide Länder staatlich fördern wollen. Darüber hat die „Frankfurter Allgemeine“ zu Wochenanfang berichtet.

 Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will Batteriefabriken in Deutschland ansiedeln.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will Batteriefabriken in Deutschland ansiedeln. FOTO: dpa / Kay Nietfeld

Die Minister wollen eine Förderzusage aus Brüssel für die gemeinsame Batterieproduktion erwirken. Beteiligt sein sollen bei dem Konsortium der französische Autokonzern PSA (Peugeot, Citroen) mit seiner deutschen Tochtergesellschaft Opel sowie der französischen Batteriehersteller Saft, der zum Mineralölkonzern Total gehört.

Über die Frage eines künftigen Standorts wird in der Absichtserklärung nicht gesprochen. Fachleute der Branche aber gehen davon aus, dass das bestehende Opel-Komponentenwerk in Kaiserslautern einer der Orte werden könnte, an denen künftig die Batteriezellen entstehen. Die Fabrik in Rheinland-Pfalz liegt im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Deutschland und könnte die Batterien sowohl an PSA-Werke als auch an Opel-Standorte in Deutschland liefern.

Die beteiligten Firmen aus Frankreich und Deutschland machen den Wirtschaftsministerien in Paris und Berlin offenbar mächtig Druck. „Wegen drängender und irreversibler strategischer Entscheidungen der Partner“ brauche man möglichst bald grünes Licht aus Brüssel für das Projekt, zitiert die FAZ aus der Absichtserklärung der beiden Minister, die der Zeitung vorliegt.

Aus der Lausitz wird es da viele neidische Blicke auf die deutsch-französische Initiative geben. In Südbrandenburg und Ostsachsen hoffen schließlich auch viele Menschen auf die milliardenschwere Batterie-Initiative der EU und der Bundesregierung.

Erst vor einigen Tagen hatte die Initiative #WelcomeTesla noch einmal von Cottbus aus ein symbolisches Leuchtsignal an den Tesla Stammsitz nach Palo Aldo in den USA geschickt. Der Elektrofahrzeughersteller hatte im vorigen Jahr nämlich auch die Ansiedlung von Batteriefabriken in Europa angekündigt.

#WelcomeTesla-Finale in Cottbus FOTO: Michael Helbig

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist inzwischen auf die Bemühungen der Lausitzer Initiative aufmerksam geworden. In einem persönlichen Brief an die Initiatoren von #WelcomeTesla hat er ihnen Unterstützung zugesagt. „Unabhängig vom derzeit laufenden Verfahren, würde ich ein Engagemnet von Tesla in der Lausitz sehr begrüßen“, schreibt Altmaier auch.

Das Wirtschaftsministerium hatte am Jahresanfang ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. Dabei hatten mehrere Unternehmen und Konsortien Ideen und Projektvorschläge zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen Batteriezellenproduktion in Deutschland eingereicht. Nach Informationen der RUNDSCHAU sind darunter auch Firmen mit Standorten in der Lausitz.

Zum Stand des Verfahrens will sich der Wirtschaftsminister „aus Gründen der Gleichbehandlung im Moment nicht öffentlich äußern“, um nicht einzelne Projekte besonders hervorzuheben.