ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:40 Uhr

Ernteverluste bei Getreide und Raps

Auf einem Getreidefeld zwischen Ruben und Werben (Spree-Neiße) sind derzeit Mähdrescher im Einsatz. Während die Erntemaschinen ihre Runden ziehen, folgt ihnen eine Armada cleverer Störche.
Auf einem Getreidefeld zwischen Ruben und Werben (Spree-Neiße) sind derzeit Mähdrescher im Einsatz. Während die Erntemaschinen ihre Runden ziehen, folgt ihnen eine Armada cleverer Störche. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Erst war es im Frühjahr zu trocken, dann regnete es im Juni zu viel. Für die Lausitzer Landwirte ist dieses Jahr wohl kein gutes Erntejahr. Vor allem das Wetter spielt nicht mit. dpa/red/bl

Die Bauern zwischen Lausitz und Uckermark erwarten in diesem Jahr geringere Ernteerträge bei Getreide und Raps als 2015. Bei der Anfang Juli begonnenen Getreideernte rechnet der brandenburgische Landesbauernverband (LBV) mit einem Ergebnis von 2,5 Millionen Tonnen, rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Bei Raps werde sich der Ertrag voraussichtlich um ein Viertel auf rund 350 000 Tonnen verringern.

Frank Schneider, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Heinersbrück, hält selbst den prognostizierten Rückgang von fünf Prozent noch für zu optimistisch. Schließlich sei noch fast ein Drittel des Getreides draußen. Auch die Qualität ist aus Schneiders Sicht nicht so wie erhofft. "Inzwischen würden die Körner beginnen, auszuwachsen." In dem Fall könne das Getreide nur verfüttert werden. Enttäuschend sei die Situation auch beim Raps - hier hätten aber vor allem Schädlinge Schuld an schlechten Erträgen.

Ein LBV-Sprecher bestätigt diese Einschätzung im Wesentlichen für ganz Brandenburg. Der Rückgang beim Getreideertrag sei vor allem auf die Trockenheit bis Ende Mai zurückzuführen. Der starke Regen im Juni habe der Entwicklung der Körner geschadet. Die Ursachen für den Rückgang der Rapsernte seien vielfältig. Große Schäden hätten Insekten wie der Rapserdfloh und die Kohlfliege den Pflanzen zugefügt. Zudem habe auch beim Raps die lange Trockenperiode im Frühjahr die Erträge gemindert.

Etwas differenzierter sieht die Lage Hans-Joachim Kupz von der Großräschener Agrargenossenschaft. Sommergerste, Erbsen und Lupine seien bereits von den Feldern geholt. Jetzt befänden sich die Erntemaschinen im Roggen, Weizen und Triticale - einer Weizen-Roggen-Kreuzung. Auch Hans-Joachim Kupz muss aber einschränken: "Das Getreide ist durch die Witterung mitunter nicht druschfähig." Statt für Saatgut lasse sich das Getreide häufig nur noch als Futter verwenden.

Auch die Agrargenossenschaft Jetsch-Zieckau in Kasel-Golzig hat Raps, Weizen und Gerste schon komplett eingebracht. "Beim Roggen steht aber noch die Hälfte", konstatiert Geschäftsführerin Uta Lübke. Das Wetter zwinge immer wieder zu Unterbrechungen."

Der brandenburgische Bauernverband rechnet mit einem durchschnittlichen Ertrag beim Getreide von rund 52 Dezitonnen je Hektar. Damit liege die Ernte unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre, als 55 Dezitonnen pro Hektar erzielt worden seien. Bei der im Wesentlichen abgeernteten Wintergerste betrage das Minus in diesem Jahr elf Prozent. Mit einem Ertrag auf Vorjahresniveau rechnet der LBV beim Winterroggen, dem am meisten in Brandenburg angebauten Getreide. Allerdings sei die Ernte hier noch voll im Gange. Für Winterweizen erwartet der Verband einen Rückgang um fünf Prozent. Ein um zehn bis zwölf Prozent geringerer Ertrag wird beim Hafer befürchtet.