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| 02:46 Uhr

EnviaM baut an Energiezukunft im Osten

Chemnitz/Cottbus. Der ostdeutsche Energieversorger enviaM setzt mit 250 Millionen Euro Investitionen weiter auf den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Zugleich sieht er zur Braunkohleverstromung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen keine Alternative. Christian Taubert

EnviaM richtet seine künftigen Aktivitäten konsequent an den Erfordernissen der Energiewende aus. "Ökologisch, partnerschaftlich und innovativ werden wir die Energiezukunft in Ostdeutschland gestalten", versicherte enviaM-Vorstandsvorsitzender Tim Hartmann am Dienstag bei der Vorstellung der Geschäftsbilanz in Chemnitz, Leipzig und Cottbus. Im Vorjahr sei es gelungen, die Position der enviaM-Gruppe als größtem regionalen Ökostrom-Anbieter in Ostdeutschland um 15 Prozent auf mehr als 300 000 Kunden zu steigern.

Für den Kauf und die Errichtung von Ökostrom-Anlagen würden in den nächsten Jahren 250 Millionen Euro bereitgestellt. Jüngst seien Anteile an drei Windparks in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen für 45,1 Millionen Euro erworben worden. Vorstandschef Hartmann ließ zugleich aber keinen Zweifel, dass trotz der hohen Akzeptanz für die Energiewende im Osten (78 Prozent Zustimmung) die Kostenverteilung mehrheitlich als ungerecht (63 Prozent) angesehen werde.

Deshalb fordert er vom Bund, bei den anstehenden Neuregulierungen des Strommarktes für eine Entlastung Ostdeutschlands von überdurchschnittlich hohen Netzentgelten zu sorgen. An die Netze regionaler Versorger wie der enviaM seien 90 Prozent der Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie angeschlossen, erklärte Hartmann. Die Kosten dafür lägen beim Energieversorger. Die enviaM-Gruppe sieht jedoch auch die Betreiber von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie in der Pflicht, sich an den Netzausbaukosten zu beteiligen.

An die Landespolitiker im Osten geht die Aufforderung des Energieversorgers, auf diesem Gebiet wie bei der Position zur Zukunft der Braunkohle und zum Erhalt Tausender Arbeitsplätze mit einer Stimme zu sprechen. Hartmann betont, dass 2015 offenbar ein Jahr der Entscheidungen für die künftige Ausrichtung der Energiepolitik werde.

Auf diese und weitere vornehmlich regulatorischen Einschnitte im Netzgeschäft führt enviaM den Rückgang beim operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen auf 312,7 Millionen Euro (2013: 348,5 Millionen) zurück. Dazu zählen auch rund 10 000 Vergütungen an Ökostromerzeuger, wenn diese vom Netz genommen werden mussten. Die Umsatzerlöse der enviaM-Gruppe bewegten sich 2014 auf dem Vorjahresniveau von 4,8 Milliarden Euro. Die Investitionen stiegen auf 158,9 Millionen Euro (2013: 149,7 Millionen).

Per 31. Dezember 2014 beschäftigte die enviaM-Gruppe 3454 Mitarbeiter (2013: 4128). Verantwortlich für den Rückgang sei der Verkauf der Mehrheitsanteile an der GISA GmbH Halle (Saale) und dem damit verbundenen Ausscheiden der GISA aus dem Unternehmensverbund.