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Envia Tel wächst im Glasfasergeschäft

Der regionale Telekommunikationsdienstleister Envia Tel geht per Glasfasernetz weiter auf Wachstumskurs.
Der regionale Telekommunikationsdienstleister Envia Tel geht per Glasfasernetz weiter auf Wachstumskurs. FOTO: dpa
Cottbus. Der regionale Telekommunikationsdienstleister Envia Tel bleibt auf Wachstumskurs. Umsatz und Gewinn stiegen 2016 weiter an. Simone Wendler

Die Investition konnten 2016 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt werden und betrugen 8,5 Millionen Euro. "Wir wachsen in einem Markt, der insgesamt in Deutschland nur wenig Wachstum zeigt", freut sich Envia Tel-Geschäftsführer Stephan Drescher.

Und dieses Wachstum werde durch Investitionen erzeugt, so der Envia Tel-Chef. Das erzielte Betriebsergebnis werde gleich wieder ins Unternehmen gesteckt. Seit Ende 2015 wurden im Envia-Gebiet zu den vorhandenen 120 Gewerbegebieten mit Glasfaserleitungen 50 weitere durch das Unternehmen erschlossen. In diesem Jahr sollen noch mal 80 Gewerbestandorte an die Envia Tel-Kabel angeschlossen werden. Die geplante Investitionssumme dafür beträgt über 30 Millionen Euro. Zu den von Envia Tel bereits angeschlossenen Gebieten gehört das Gewerbeareal im Cottbuser Ortsteil Groß Gaglow mit Media Markt als Kunden. "Nur Glasfaser bietet die nötige Kapazität für digitale Geschäftsprozesse mit gleichzeitigem Austausch großer Datenmengen in beide Richtungen", so Drescher.

Fast die Hälfte seines Umsatzes macht Envia Tel noch immer mit Dienstleistungen für das Mutterunternehmen, den regionalen Stromversorger EnviaM. Dazu gehört die interne und externe Kommunikation ebenso wie die Datenverbindungen zu Energieerzeugern und zu Regelungseinheiten für die Netzsteuerung.

Angefangen hatte das Telekommunikationsgeschäft der Envia-Gruppe mit der Vermarktung freier Kapazität in den Glasfaserkabeln, die auf den Stromleitungen lagen. Inzwischen bestimmt das externe Geschäft immer stärker die Tätigkeit von Envia Tel.

Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes verbindet das Telekommunikationsunternehmen das Angebot neuer Produkte für Gewerbeunternehmen und Einrichtungen der öffentlichen Hand. Ab Oktober, so Drescher, können Kunden innerhalb der möglichen Bandbreite von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde, selbst Zeitfenster wählen, in denen sie eine derart hohe Übertragungsrate benötigen. "Das kann am eigenen PC eingestellt werden", erläutert Geschäftsführer Drescher. Nur für diese Zeit werde dann auch ein hohes Datenvolumen berechnet. Zusammen mit den Breitband-Internetanschlüssen bietet Envia Tel hochsichere Speicherkapazität in einem Datacenter in Leipzig an. Weil die IT-Schränke in dem 2014 errichteten Center nach einem Jahr schon ausgelastet waren, wurde die Anlage 2016 erheblich erweitert. Firmen können sich dort mit ihrer Technik in eigenen Rechnerschränken einmieten. "Wir bieten ihnen dafür einen hoch gesicherten Zugang, Brandschutz und Klimatisierung sowie eine besonders gesicherte Stromversorgung", so Drescher. Angesichts der guten Nachfrage soll ein weiteres Rechenzentrum der Envia Tel in Taucha entstehen. Zugelegt hat das Unternehmen auch im Bereich Vorleistungen für andere Netzbetreiber. Dazu gehört die Anbindung von Funkmasten an Glasfasernetze, um eine höhere Bandbreite der Übertragung zu erreichen.

Das Firmenwachstum wird auch im Personalbestand sichtbar. 2016 wurden bei Envia Tel 17 Mitarbeiter neu eingestellt.

Auch in den kommenden Jahren will Envia Tel als Kommunikationsunternehmen im Glasfaserbereich weiter wachsen. "Unser Ziel ist es, 2022 einen Umsatz von 100 Millionen Euro zu schaffen", kündigte Geschäftsführer Stephan Drescher an. Das würde eine Verdoppelung zu 2016 bedeuten.

Zum Thema:
Envia Tel ist eine hundertprozentige Tochter des mitteldeutschen regionalen Stromversorgers EnviaM. Hauptsitz der Firma des mittelständischen Unternehmens ist Markkleeberg. Die Firma betreibt ein eigenes 5000 Kilometer langes Glasfaser-Kabelnetz. Envia Tel beschäftigt 150 Mitarbeiter, 30 davon in Kolkwitz (Spree-Neiße) und versorgt mehr als 5500 Geschäftskunden.