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| 01:34 Uhr

Regionalforum
Energieregion Lausitz bekommt Hand und Fuß

Der ehemalige Militärflughafen soll zum Technologie- und Industriepark entwickelt werden. Foto: Jürgen Becker
Der ehemalige Militärflughafen soll zum Technologie- und Industriepark entwickelt werden. Foto: Jürgen Becker FOTO: Jürgen Becker
Cottbus. Die Energieregion Lausitz bekommt Hand und Fuß. Das wurde auf dem ersten Regionalforum, dem obersten Gremium der von den vier Südkreisen des Landes Brandenburg und der kreisfreien Stadt Cottbus gegründeten Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH, am Mittwochabend in Cottbus deutlich. Das Land fördert die ersten vier konkreten Projekte. Von Beate Möschl

Zwei Millionen Euro fließen aus dem Vermögen ehemaliger Parteien und Massenorganisationen der DDR in die Energieregion, wie der Oberbürgermeister (OB) der Stadt Cottbus, Frank Szymanski (SPD), informierte. Davon profitieren das Institut für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde (Elbe-Elster), die Hochschule Lausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), die Technische Hochschule in Wildau (Dahme-Spreewald) und der Wissenschaftsstandort Cottbus. Das FIB kann eine Versuchsanlage zur Bodenverbesserung rekultivierter Tagebauflächen anschaffen. Die Hochschule Lausitz und die Technische Hochschule Wildau werden technische Anlagen finanzieren, die sie für den Aufbau von Versuchseinrichtungen zur stofflichen und energetischen Verwertung von Algen benötigen, für deren Anzucht Kohlendioxid eingesetzt wird. Die Stadt Cottbus wiederum kann nun auf dem TIP-Gelände in BTU-Nähe ein Technologie- und Forschungszentrum bauen. Es soll die erste Adresse für Ausgründungen aus Hochschulen der Region werden sowie für Institute und Gründer mit einem hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Das Labor- und Bürogebäude soll nach Auskunft der Entwicklungsgesellschaft Cottbus noch im Jahr 2011 fertiggestellt werden.

Das Forum “Wissenschaft„ unter der Regie der Stadt Cottbus wird sich Szymanski zufolge weiterhin intensiv um die Ansiedlung einer außeruniversitären Forschungseinrichtung zur nachhaltigen Ressourcennutzung in Cottbus bemühen. Vorangetrieben werden soll auch ein Institut für Biotechnologien in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), das die Vorhaben zur Verwertung von Biomasse aus Mikroalgen wissenschaftlich begleitet.

Als drittes Projekt mit überregionaler Ausstrahlung soll Szymanski zufolge die Ansiedlung eines deutschlandweiten Kompetenzzentrums für Hy brid-Kraftwerke und Energiespeichersysteme zur effizienten Einbindung erneuerbarer Energien forciert werden.

Insgesamt werden mehr als 20 Projekte bearbeitet. Das geschieht, wie Harald Altekrüger (CDU), Landrat des Spree-Neiße-Kreises und Sprecher der Energieregion Lausitz, informierte, im Rahmen der fünf Foren, die die Landräte und der Cottbuser OB leiten. Das Regionalforum wird Altekrüger zufolge 2011 wieder Zwischenbilanz ziehen. Die seit Mittwoch freigeschaltete Internetseite www.energieregion-lausitz.de gibt einen Überblick über die Projekte.
Zum Thema:

Die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße und die Stadt Cottbus stellen jeweils 40 000 Euro pro Jahr für die im Juli 2009 gegründete Energieregion GmbH zur Verfügung. Der Energiekonzern Vattenfall Europe unterstützt die Arbeit mit jährlich bis zu drei Millionen Euro. Der Chemiekonzern BASF hat einen Mitarbeiter für die Energieregion GmbH abgestellt. Die Landräte und der Cottbuser Oberbürgermeister leiten die Foren Wirtschaft (Spree-Neiße), Wissenschaft (Cottbus), Klimaschutz (Elbe-Elster), Tourismus (Oberspreewald-Lausitz) und Infrastruktur (Dahme-Spreewald).