Mehrere Riesenjets A380 von Airbus könnten im kommenden Jahr den Flughafen Dresden ansteuern. Die Elbe Flugzeugwerke (EFW) bemühen sich um Reparaturaufträge für das größte Passagierflugzeug der Welt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte entsprechende Gespräche. Der Inhalt werde aber nicht kommentiert.

Aus Luftfahrtkreisen hieß es, Haarrisse an Tragflächen von neun A380 der Fluggesellschaft Emirates aus Dubai könnten im kommenden Jahr in Dresden beseitigt werden. Nach Berichten in Fachmedien dauert die Reparatur eines A380 zwei bis drei Monate.

Mit dem Auftrag könnten die Elbe Flugzeugwerke die sinkende Auslastung bei der Frachterumrüstung ausgleichen. Für das kommende Jahr stehen laut Unternehmenssprecher derzeit lediglich sechs Passagierjets vom Typ A300-600 bereit, die zu Frachtmaschinen umgerüstet werden sollen. In diesem Jahr werden bis Jahresende elf Frachter für zwei Kunden ausgeliefert, im Jahr 2011 hatten sechs Maschinen für drei Kunden die EFW verlassen.

Die Flugzeugwerke haben nach eigenen Angaben auch das Know-how zur künftigen Wartung des Militär-Airbus A400M. Allerdings gibt es dafür weitere Bewerber innerhalb des europä ischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS.

Ab dem Jahr 2015 soll in Dresden mit dem Umbau des Prototyps einer A330-Passagiermaschine zum Frachter begonnen werden. Die Verträge mit ST Aerospace aus Singapur für eine Unternehmensbeteiligung bei diesem Vorhaben waren im Mai dieses Jahres unterzeichnet worden. Die erforderliche Genehmigung der Kartellbehörde Chinas stehe noch aus und werde bis Jahresende erwartet, sagte der Firmensprecher. Die Kartellbehörden der EU, Brasiliens und der Türkei stimmten demnach bereits zu.

Im vergangenen Jahr war ein Programm zur Umrüstung kleiner Airbus-Maschinen aus der A320-Familie noch vor dem Start wegen mangelnder Nachfrage aufgegeben worden. Die Umrüstungen sollten gemeinsam mit einem russischen Partner realisiert werden. Neben der Frachterumrüstung werden bei den EFW am Flughafen Dresden-Klotzsche noch Leichtbaukomponenten für den Flugzeug-, Fahrzeug- und Schiffbau gefertigt.

Zudem bemüht sich das Unternehmen seit Jahren um mehr Reparaturaufträge für Airbus-Maschinen. Angaben zum erwarteten Jahresumsatz 2012 machte der Firmensprecher nicht. Vergangenes Jahr lag der Umsatz bei rund 170 Millionen Euro.

Zum Thema:
Studien sagen bis 2030 einen Bedarf von rund 3800 Frachtflugzeugen aller Hersteller und Typen weltweit voraus. Drei Viertel davon könnten demnach umgerüstete ehemalige Passagiermaschinen sein. Derzeit liegt die aktive Frachtflotte bei gut 1700 Maschinen. In Dresden werden seit den 90er-Jahren ausrangierte Passagiermaschinen vom Typ A310/A300 jeweils innerhalb von 72 Tagen zu Frachtmaschinen umgerüstet. Dazu wird die bisherige Kabine ausgebaut, die Struktur verstärkt und ein Ladetor eingebaut. Dann können die Maschinen bis zu 50 Tonnen Fracht maximal 7000 Kilometer weit transportieren.