Alarmierende Zahlen

"Das sind alarmierende Zahlen, die zeigen, dass auch wir als Branche unter der Zunahme der Einbrüche zu leiden haben", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke am Montag bei der Vorstellung der Umfrage in Potsdam. Nötig sei eine stärkere Polizeipräsenz in der Fläche, damit sich das Sicherheitsgefühl bei Gästen und Unternehmern wieder verbessere. "Was getan wird, ist im ganzen Land nachweislich zu wenig."

Dehoga-Verbandspräsident Olaf Schöpe berichtete davon, dass auch sein eigener Betrieb, das Cottbuser Waldhotel, schon Einbrüche zu verzeichnen hatte. "Wir haben Kameras aufgestellt, die klare Bilder von den Einbrechern lieferten", so Schöpe. Trotzdem gelang es nicht, die Täter zu fassen. "Jetzt haben wir einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt", sagte Schöpe. "Und seitdem ist Ruhe."

Insgesamt leiden die Hotels und Gaststätten des Landes Brandenburg weiter unter dem langen Winter und den Folgen der jüngsten Hochwasserkatastrophe. In der aktuellen Konjunkturumfrage erklärten 49 Prozent der Hoteliers und 51 Prozent der Gastronomen, dass sie sinkende Umsätze verzeichneten. 36 Prozent der Hoteliers und 38 Prozent der Gas tronomen beurteilten die Geschäftslage als "schlecht". Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr: Damals waren 23 Prozent der Hotelbetreiber und 27 Prozent der Betreiber von Gaststätten und Restaurants der Meinung, dass die Geschäftslage "schlecht" sei.

In den ersten drei Monaten des Jahres gingen die Umsätze in den Restaurants und Gaststätten im Vergleich zum Vorjahr sogar um bis zu zehn Prozent zurück. 48 Prozent der Hotelbetriebe klagten über geringere Zimmerauslastung, 46 Prozent der Restaurants über weniger Gäste.

Allerdings gilt das Jahr 2012 bei Brandenburgs Gastronomiebetrieben nicht zuletzt wegen der zahlreichen Veranstaltungen zum 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen als Rekordjahr. Da in diesem Jahr ähnliche Veranstaltungen fehlen, rechneten viele Betriebe ohnehin mit einer geringeren Auslastung.

Stornierungen nach Hochwasser

Bedingt durch die Überflutungen an Elbe, Spree, Neiße und Schwarzer Elster gab es zudem eine Stornierungswelle: Viele Gäste seien verunsichert gewesen und hätten deswegen ihre geplanten Aufenthalte abgesagt, sagte Verbandsgeschäftsführer Lücke. Auch in diesem Bereich, und nicht nur bei unmittelbaren Flutschäden, sollte es deswegen staatliche Unterstützung geben. Durch das Hochwasser muss nach Angaben des Dehoga derzeit allerdings kein Betrieb um seine Existenz bangen. Die Ausfälle in Folge der Flutkatastrophe würden erst mittel- und langfristig feststellbar sein.

Die Verbandsvertreter begrüßten ausdrücklich die in der vergangenen Woche vorgestellte Werbekampagne von Landesregierung und Tourismuszentralen. "Unsere Botschaft ist: In Brandenburg ist heute fast alles wieder möglich", sagte Dehoga-Präsident Schöpe.