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Domal und Wittol reinigen jetzt gemeinsam

Zwei traditionsreiche ostdeutsche Unternehmen gehen zusammen. Domal aus Stadtilm und Wittol Chemie aus Wittenberg wollen ihre Kräfte bündeln. Das neue Unternehmen firmiert unter dem Namen domal-wittol Wasch- und Reinigungsmittel GmbH. Von Uwe Frost

"Wir wollen einen leistungsstarken Anbieter für Haushaltschemie bilden", wie domal-wittol-Geschäftsführer Gerd Küfner sagt. 140 Mitarbeiter zählt die Firma. Im vergangenen Jahr erzielten sie zusammen einen Umsatz von rund 42 Millionen Euro.

Von großen Ketten gelistet
Dabei ist domal mit 86 Beschäftigten und einem Umsatz von 35 Millionen Euro (2001: 31 Millionen Euro) zweifellos der Stärkere der beiden Partner. Er hat sich mit flüssigen Waschmitteln und Reinigern einen guten Namen gemacht. Seine Produkte werden inzwischen von allen großen Handelsketten gelistet. In den vergangenen Jahren habe sich das Stadtilmer Werk zu einem kerngesunden Unternehmen entwickelt, sagt Küfner, der seit fast zehn Jahren die Geschicke des einstigen Volkseigenen Betriebes leitet. 1994 hatte domal, das zu seinen besten DDR-Zeiten 600 Mitarbeiter zählte, bei zwölf Millionen Mark Umsatz noch 3,8 Millionen Mark Verlust erwirtschaftet. Heute schreibt das Unternehmen bei einem verdreifachten Umsatz schwarze Zahlen.
Küfner setzt dabei auf langsames, aber finanzierbares Wachstum. Im vergangenen Jahr wurde eine neue Produktionslinie in Stadtilm fertig. Jetzt ist ein neues Hochregallager geplant. Und die gute Auftragslage lässt Küfner darüber nachdenken, im nächsten Jahr eine leistungsfähigere Abfüllanlage für die flüssigen Waschmittel bauen zu lassen.
Küfner sieht den Erfolg von domal vor allem als einen Erfolg des Teams. "Die Fluktuation bei uns liegt praktisch bei Null." Auszubildende erhalten eine Perspektive im eigenen Unternehmen. Junge Leute führt Küfner langsam an neue Aufgaben heran: "Wer Verantwortung übernehmen will, der kann das auch tun."
Das soll auch das Erfolgsrezept für Wittol werden, das im vergangenen Jahr mit rund 50 Mitarbeitern sieben Millionen Euro aus dem Verkauf von Reinigungsmitteln erzielte. Küfner sieht das Unternehmen inzwischen auf dem "richtigen Weg". Überhaupt erhofft sich der Geschäftsführer von dem Zusammenschluss deutliche Synergieeffekte. Die Führung der beiden zur Kruse-Gruppe (Nordrhein-Westfalen) gehörenden Firmen erfolgt von Stadtilm aus.

Spezialisierung geplant
Domal-wittol will sich künftig auf insgesamt fünf Marken konzentrieren. Der Wittenberger Unternehmensteil werde sich dabei auf Bodenpflegemittel spezialisieren und einen Schwerpunkt auf Großverbraucher legen. Im Konsumentenbereich setze Wittol auf die Marken oho und 3xW, die schon zu DDR-Zeiten Glanz in die Wohnungen brachten.
Auf dem einheimischen Markt ließen sich derzeit keine großen Umsatzzuwächse erzielen. Da mache sich bezahlt, dass domal schon seit Jahren versucht, in den Beitrittsländern zur Europäischen Union Fuß zu fassen. Küfner hofft, den Exportanteil von derzeit 15 Prozent auf 30 bis 35 Prozent im Jahr 2005 zu erhöhen.