Die Revision der bisherigen Erwartungen erfolgte auf der Basis der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage, in die mehr als 25 000 Unternehmen einbezogen waren. Im laufenden Jahr erwartet der DIHK im Durchschnitt 4,4 Millionen Arbeitslose. Schon im Februar oder März könne die Fünf-Millionen-Marke erreicht werden. Deutschland stecke "tief in einer Konjunkturflaute", aus der bei einem längeren Irak-Konflikt sogar eine Rezession werden könnte, sagte Wansleben.

Deutlich schlechtere Stimmung
Die Geschäftserwartungen seien gegenüber der Herbst-Umfrage eingebrochen und die Stimmung habe ein neues Tief erreicht. Nur im Rezessionsjahr 1993 sei ein schlechteres Bild gezeichnet worden.
Vor allem der Wegfall von Beschäftigung und die Sorge um den Arbeitsplatz bremsten den Konsum. Nahezu vier von zehn Unternehmen planten, ihre Beschäftigung im laufenden Jahr zu reduzieren, nur acht Prozent denken an Einstellungen. Einziger Lichtblick im ansonsten trüben Konjunkturumfeld seien trotz aller Risiken noch die Ausfuhren, sagte Wansleben. Aber auch hier könne es bei einem längeren Irak-Konflikt eine Wende zum Schlechten geben.
Im Falle eine Irak-Krieges erwartet der DIHK eine schnelle Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank. Dennoch bleibe der Export der "Hoffnungsanker". Die Mehrheit der Unternehmen gehe von dem Szenario aus, dass der Irak-Konflikt und die Euro-Stärke sich nur zeitweilig, nicht aber durchschlagend im Gesamtergebnis für das laufende Jahr negativ auswirken könnten.

Perspektiven fehlen
Unternehmen und Konsumenten mangele es insgesamt an einer klaren Reformperspektive, sagte Wansleben. Der erhoffte "Befreiungsschlag" auf dem Arbeitsmarkt und bei den Sozialsystemen bleibe bisher aus.
Als zentrale Ursache für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat der DIHK neben der lahmenden Konjunktur die "so nicht haltbaren hohen Tarifabschlüsse vom letzten Sommer" ausgemacht. Sorge bereitet laut DIHK, dass die Investitionsplanungen auf einem Rekordtief sind. Insgesamt haben laut Umfrage 45 Prozent der Unternehmen vor, ihr Investitionsbudget zu verringern, lediglich 15 Prozent wollen es aufstocken. Die Investitionen "bleiben damit die entscheidende Bremse für Beschäftigung und Wachstum im Inland". (ddp.vwd/sm)