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| 08:32 Uhr

Düsseldorf
Digitaloffensive für Schulen in NRW

Düsseldorf. 6,5 Millarden Euro können in den nächsten fünf Jahren investiert werden. Marc Latsch

Alle Schulen in Nordrhein-Westfalen sollen ab 2019 einen eigenen Medienkoordinator benennen. Diese organisieren die digitale Bildung vor Ort und erhalten hierfür eine besondere Qualifizierung. Das teilte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bei der Auftaktkonferenz "Digitaloffensive Schule NRW" in Düsseldorf mit.

Die nötigen Mittel für den digitalen Ausbau in NRW stünden bereit. Matthias Richter, Staatssekretär für Schule und Bildung, versprach 6,5 Milliarden Euro, die in den nächsten vier bis fünf Jahren insgesamt in die Schulen investiert werden können. Richter kann sich auch vorstellen, dass hierdurch neue Arbeitsplätze entstehen, beispielsweise zur Wartung der digitalen Infrastruktur in den Schulen. "Ich bin kein Freund davon, dass sich Lehrer damit auch noch nebenbei rumschlagen müssen", sagte er.

Mit der Konferenz in Düsseldorf startete Ministerin Gebauer offiziell den Dialogprozess mit den Schulen in NRW. Eine umfassende Digitalstrategie soll zum Start des Schuljahres 2018/19 vorgestellt werden. "Leider musste ich nach meiner ersten Bestandsaufnahme feststellen, dass die Ausgangslage sehr bescheiden ist", sagte die Ministerin. Die Wirklichkeit an den Schulen in NRW sei noch viel zu oft analog. Dabei verfolgt Gebauer ehrgeizige Ziele. "Wir wollen Nordrhein-Westfalen an die internationale Spitze führen", sagte sie. Der Unterricht, die Qualifizierung der Lehrer und die Schulen selbst müssten hierfür zunächst modernisiert werden.

So soll in allen Schulfächern das Lernen mit digitalen Medien verankert werden. Die Schüler sollen zudem Grundkenntnisse im Programmieren erwerben. Gebauer versprach auch eine "Fortbildungsoffensive" für Lehrer. Schon in der Ausbildung solle zukünftig ein Schwerpunkt auf digitalem Unterricht liegen. Damit die neu erlernten Techniken auch angewendet werden können, müssen alle Schulen im Land mit einer digitalen Infrastruktur versorgt werden. Aktuell seien nur 13 Prozent der Schulen überhaupt an das Glasfasernetz angeschlossen. Das Ziel ist flächendeckendes W-Lan. "Wir müssen nicht nur bis zum Schulzaun, sondern in jedes Klassenzimmer schnelles Internet bringen", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Christoph Dammermann.