Der Leerstand in den neuen Bundesländern habe weiter zugenommen, sagte Verbandspräsident Lutz Freitag dem Magazin "Wirtschaft & Markt".
Gleichzeitig seien die finanziellen Spielräume der Wohnungsunternehmen und Kommunen noch geringer geworden. Bürokratische und gesetzliche Hemmnisse erschwerten den Stadtumbau und eine Lösung der akuten Probleme zusätzlich. Seit dem Jahr 2000 habe sich die Zahl der leer stehenden Wohnungen im Osten von einer Million auf mittlerweile 1,3 bis 1,4 Millionen erhöht, erklärte Freitag.
Damit habe auch die entsprechende Zahl der Wohnungen zugenommen, die nach dem Stadtumbauprogramm bis 2009 abgerissen werden sollen. Allein bei kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften stünden mehr als 400 000 Wohnungen leer. Dadurch falle ein jährlicher Mietausfall von rund einer Milliarde Euro an. Hinzu kämen Kosten für die leer stehende Wohnungen, die sich auf eine halbe Million Euro belaufen. Eine leer stehende Wohnung "vernichtet" nach Angaben von Freitag den Ertrag von vier vermieten, nicht modernisierten Wohnungen.
Die durchschnittliche Leerstandsquote bei den ostdeutschen Wohnungsunternehmen habe Ende 2001 bereits 15 Prozent betragen, bei rund 300 der etwa 1300 Unternehmen habe sie sogar deutlich darüber gelegen.
Der Abriss nicht genutzten Wohnraums kommt nach den Worten von Freitag nur zögerlich voran. In den vergangenen drei Jahren seien nicht mehr als 25 000 Wohnungen abgerissen worden, obwohl sich der Lehrstand um über 300 000 Wohnungen erhöhte. Wenn sich diese Entwicklung fortsetze, müsse Ende des Jahres mit einer Leerstandsquote von 18 Prozent gerechnet werden.
Die ursprünglich gesetzten Abrissziele würden nicht erfüllt, weil dazu einfach das Geld fehle. Das gesamte Stadtumbauprogramm, zu dem neben dem Abriss auch die Aufwertung der Städte gehöre, sei zwar mit gut fünf Milliarden Euro "recht ordentlich" dotiert. Das eigentliche Probleme sei die Ko-Finanzierung durch die Länder und Kommunen. Hier wirke sich die kritische Finanzlage der Länder und Kommunen negativ aus. (ddp.vwd/rb)