ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:34 Uhr

Netzwerke für die Zukunft
Westlausitz als Chemie- und Logistikzentrum

 In der intelligenten Zusammenarbeit steckt immenses Potenzial, wurde einmal mehr beim Treffen des Logistiknetzwerks Lausitz deutlich.
In der intelligenten Zusammenarbeit steckt immenses Potenzial, wurde einmal mehr beim Treffen des Logistiknetzwerks Lausitz deutlich. FOTO: LR / Jan siegel
Schwarzheide. Ein Netzwerk-Treffen in Schwarzheide hat gezeigt, welches Zukunftspotenzial in der Region steckt. Von Jan Siegel

Während die Lausitzer Wirtschaft an manchen Stellen gerade mit zahlreichen Unsicherheiten ringt, kann man das für die Westlausitz nicht behaupten. In der Region um die drei Städte Schwarzheide, Lauchhammer und Schipkau im Oberspreewald-Lausitz-Kreis hat sich in den zurückliegenden Jahren ein leistungsstarkes Wirtschaftsnetzwerk etabliert, das großes Potenzial für die ökonomische Entwicklung der Zukunft in der Lausitz birgt.

Deutlich geworden ist das in dieser Woche bei einer Standortkonferenz, zu der der Lausitzbeauftragte der Brandenburger Landesregierung, Klaus Freytag, und das Wirtschaftsverkehrsnetzwerk Lausitz gemeinsam nach Schwarzheide eingeladen hatten.

Es war ein Treffen, um neue Kontakte zwischen den Firmen anzubahnen und Netzwerke zu pflegen.

Die Entwicklung in der Westlausitz zeigt gleichzeitig aber auch exemplarisch, welch große Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung in eher strukturschwachen Regionen einzelnen großen Industrieunternehmen zukommt. Sie können Kristallisationskern der gesamten Regionalentwicklung sein. Ein solcher ist in der Westlausitz das BASF-Werk in Schwarzheide. Innerhalb des weltweit operierenden Chemiekonzerns gehört das Werk mit seinen nach eigenen Angaben rund 1800 Beschäftigten neben Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) zu den größten europäischen BASF-Standorten. Insgesamt und mit Drittfirmen sind am Standort weit mehr als 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Und wenn der Lausitzbeauftragte Klaus Freytag über die Wirtschaftsperspektiven für die Lausitz spricht, dann denkt er an solche Kristallisationskerne, in denen industrielle Wertschöpfung den Menschen gut bezahlte Arbeit gibt.

„In den Kommunen gibt es manchmal noch abseitige Vorstellungen“, sagte Freytag bei der Standortkonferenz in Schwarzheide. Wenn über den Kohleausstieg gesprochen werde, da tauchten manchmal auch Radweg-Projekte auf. Die könnten im Einzelfall zwar interessant sein, „aber wir müssen der Bundesregierung nicht jeden Radweg melden“. Es gehe vielmehr um nachhaltige Wertschöpfungsketten.

Ein Partner des Lausitzbeauftragten beim Kohleausstieg ist dabei ganz sicher Colin von Ettingshaus. Der BASF-Arbeitsdirektor wünscht sich vor allem „klare Ansagen und schnelle Entscheidungen“ aus Berlin und Potsdam.

Welche Dynamik allein BASF in die Region mitbringt, zeigt die Entwicklung des Logistik-Partners STR Bertschi. Die Bertschi-Gruppe hat nach eigenen Angaben rund 2400 Mitarbeiter und ist mit 62 Niederlassungen in 31 Staaten der Welt vertreten. Das Familienunternehmen aus der Schweiz, das in Schwarzheide um die 265 Mitarbeiter beschäftigt, plant den massiven Ausbau seiner Logistikaktivitäten für den kombinierten Verkehr (Straße-Schiene) – ein Vorhaben, in das demnächst eine zweistellige Millionensumme investiert werden soll.

Solche Investitionen sind nach Auffassung des stellvertretenden Hauptgeschäftsführers der IHK Cottbus Jens Krause ganz konkrete Schritte in die wirtschaftliche Zukunft der Region.