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| 09:23 Uhr

Die Spur der Kraftwerker

Die FAM Anlagen-Service GmbH Lausitz ist im Kraftwerk Jänschwalde unübersehbar. Die drei Firmen-Buchstaben schmücken viele grau eingepackte Anlagen des Betriebes. Seit den Anfängen im Jahr 1995 stieg die Zahl der Beschäftigten von 32 auf 102. Die Spezialisten für Kraftwerks- und Tagebauservice betreiben mittlerweile acht Betriebsstätten im Lausitzer Revier, selbst im Ruhrgebiet bieten sie ihren Service an. Von Peggy Kompalla

Die Erfolgsgeschichte der FAM Lausitz, die zu der Firmengruppe Förderanlagen Magdeburg (FAM) gehört, begann mit einem Auftrag für die damalige Veag. Die Magdeburger sollten in den Kraftwerken Jänschwalde (Spree-Neiße) und Boxberg (Niederschlesischer Oberlausitzkreis) die Rauchgasentschwefelungsanlagen mit neuer Fördertechnik ausrüsten. Um diese aber auch instand zu halten, musste ein Serviceteam vor Ort sein. Das war die Geburtsstunde der FAM Lausitz. Seither sind Jahresumsatz und Mitarbeiterzahl kontinuierlich gestiegen. 1995 begann die Firma mit 360 000 Euro Umsatz, 2004 lag er bereits bei 10,69 Millionen Euro. Für 2005 erwartet Geschäftsführer Bernd Krüger, dass die Elf-Millionen-Euro-Marke überschritten wird. Viel wichtiger ist für den Chef aber, dass die Firma 102 Lausitzer Familien ernährt. Er betont: „Wir haben noch niemanden betriebsbedingt kündigen müssen.“ Der 64-jährige Geschäftsführer hat selbst mehr als 30 Jahre als Kraftwerker gearbeitet. Begonnen hat seine Karriere 1963 als Maschinenbau-Ingenieur im Kraftwerk Vetschau. Zum Jahresende geht Krüger nun in Pension. Die FAM Lausitz ist sein Lebenswerk, auch wenn das für ihn zu hoch gestochen klingt. Doch allein eine Rundfahrt durch das Kraftwerk Jänschwalde beweist das Gegenteil. Dabei kommt ihm ganz unprätentiös dieser Satz über die Lippen: „Wir haben doch einige Spuren hinterlassen.“ Die jüngste ist die neue Kreideentladungsanlage, die seit dem 1. November im Probebetrieb läuft. Die FAMer sind Spezialisten für Fördertechnik im Tagebaubereich. In den Kraftwerken sind Ver- und Entsorgungsanlagen ihre Domäne. „Unsere Stärke ist dabei, dass wir als Service-Mannschaft zu jeder Stunde auf unser Ingenieur-Potenzial zurückgreifen können. Die Erkenntnisse aus dem Service werden an die Technik weitergegeben und so Schwachstellen bereinigt“, erzählt der Chef. Ein weiterer Unterschied zur Konkurrenz sei, dass die FAM Lausitz selbst für die Bereitstellung der Ersatz- und Verschleißteile verantwortlich ist. Das Service-Team ist breit aufgestellt: So gibt es in den Kraftwerken Jänschwalde, Boxberg, Schwarze Pumpe und Lippendorf sowie den Tagebauen Jänschwalde, Cottbus-Nord, Welzow und Nochten einzelne Betriebsstätten. Die FAM Lausitz hat sogar den Sprung ins Ruhrgebiet gewagt und ist seit 2002 für den Service an Großgeräten und Bandanlagen im Tagebau Garzweiler verantwortlich. „Das war schon mutig von uns“, sagt Krüger im Nachhinein und schiebt gleich hinterher: „Mittlerweile ist der Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert worden.“ Die Lausitzer FAM hat sich weiterentwickelt von einem reinen Wartungs- und Instandhaltungsbetrieb. „Wir sind heute an der Realisierung zahlreicher Projekte der FAM-Gruppe beteiligt oder übernehmen sogar einige eigenverantwortlich“, sagt der Geschäftsführer. Dazu gehören die Kreideentladungsanlage in Jänschwalde, die zweite Ausbaustufe der Mischbrennstoffanlage in Schwarze Pumpe oder der Masseverteiler im Tagebau Schwerzau im mitteldeutschen Raum. Das ist die derzeit größte Baustelle der FAM-Gruppe in Deutschland mit einem Auftragsvolumen von 35 Millionen Euro. „Aber unsere Leute sind zunehmend auch im Ausland“, sagt Krüger und zählt auf: „Polen, Tschechien, China.“ Die FAM Lausitz hat noch einiges vor in der Region: So soll 2006 in Schwarze Pumpe für rund 4,5 Millionen Euro ein neuer Werkstatt- und Verwaltungskomplex entstehen. Ganz selbstverständlich greift die FAM dabei auf Lausitzer Know-how zurück. „Cottbuser Architekturstudenten haben in einem Stegreif verschiedene Pläne entworfen und mit der Architekturwerkstatt haben wir die weiterentwickelt“, sagt der Chef. Wenn nur die Bürokratie nicht immer so lange brauchen würde, schließlich will Bernd Krüger noch vor Jahresende für seinen Nachfolger den Weg bereitet haben.Hintergrund Die Firmengruppe Die FAM Anlagen-Service GmbH Lausitz gehört zu dem mittelständischen Unternehmen Förderanlagen Magdeburg (FAM), das 1993 aus dem Magdeburger Kombinat Takraf entstand. Die FAM-Firmengruppe hat mittlerweile mehr als 700 Mitarbeiter - mehr als die Hälfte davon im Ingenieurbereich. Die FAM-Gruppe hat einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 110 Millionen Euro. Weltweit ist die Gruppe in 56 Ländern tätig.