Von Ellen Hasenkamp

Wer nachts häufig wach wird, schläft schlecht. Das muss nicht sein. Dutzendfaches Aufwachen gehört zu unserem Schlaf dazu – schließlich war es in grauer Vorzeit sinnvoll, auch in der Nacht hin und wieder die Umgebung zu checken. Normalerweise können wir uns an die Wachphasen während der Nacht am Morgen gar nicht mehr erinnern. Die RUNDSCHAU klärt über die Mythen der Nacht auf.

 Am besten ist es, die ganze Nacht im Tiefschlaf zu verbringen. Falsch, meist schläft man nur in der ersten Nachthälfte tief, insgesamt macht Tiefschlaf höchstens 15 bis 20 Prozent der Nacht aus.

 Wer nachts wach wird, muss eben so lange liegen bleiben, bis er wieder einschläft. Nein, wer wach geworden ist und nicht wieder einschlafen kann, sollte besser aufstehen. Eine möglichst langweilige Tätigkeit wie Bügeln kann helfen, wieder müde zu werden. Ewig in den Kissen rumwälzen ist nicht gut, das Bett wird dann mit quälenden Einschlafversuchen assoziiert und nicht mit dem nötigen Zur-Ruhe-kommen.

 Eine Uhr am Bett hilft, einen guten Schlafrhythmus zu finden. Eher gilt das Gegenteil: Das penible Verfolgen der Uhrzeit kann zu Schlafstress führen und Aufwachen zu bestimmten Zeiten sogar verfestigen.

 Wer nachts schlecht geschlafen hat, muss den Schlaf tagsüber nachholen. Nein, das kann den zerrupften Schlafrhythmus verfestigen, denn man ist dann abends womöglich nicht müde genug.

 Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste. Richtig ist, dass die erste Schlafphase meist die mit dem tiefsten Schlaf ist. Das ist aber unabhängig davon, wann sie beginnt.

 Wer in der Woche schlecht geschlafen hat, schläft eben am Wochenende aus. Das wäre herrlich. Aber wer Schlafprobleme hat, sollte besser auch am Wochenende zur gewohnten Zeit aufstehen (und am besten auch ins Bett gehen), sonst kommt der Rhythmus durcheinander.

 Schlafen kann man überall. Wer Probleme beim Schlafen hat, sollte nicht auf dem Sofa oder im Sessel schlafen, sondern im Bett. Umgekehrt gilt: das Bett nur zum Schlafen nutzen und nicht zum Seriengucken, Lesen, Arbeiten oder Grübeln.