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| 09:32 Uhr

Hannover
Die Industrie-Roboter werden erwachsen

Hannover. Roboter dominieren die Hannover Messe. Auch Kanzlerin Merkel traut sich an die smarten Helfer heran.

Roboter dominieren die Hannover Messe. Auch Kanzlerin Merkel traut sich an die smarten Helfer heran.

Kanzlerin Angela Merkel gibt sich lässig: Mit einem Faustgruß begrüßt sie beim Rundgang auf der Hannover Messe einen Roboter. Der steht am Stand des Automatisierungsexperten IBG. Doch für Details bleibt während der Tour keine Zeit. Los geht es bei Mexiko, dem diesjährigen Partnerland der Messe. Dessen Präsident Enrique Peña Nieto betont, dass sich sein Land verändert und geöffnet habe - es sei ein Land, "in das zu investieren sich lohnt".

Roboter sind überall auf der Messe - und sie werden immer schneller, immer sicherer und lernen selbst. In der Vision von Bosch Rexroth bewegen sich Roboter frei in den Werkhallen. Aber manchmal hakt es - ausgerechnet beim Internetzugang: Der Baustoffhersteller Cemex will eine App vorführen. Auf einer Karte sollen Kunden sehen, wo ihre Bestellung unterwegs ist. Aber um die App zu laden und auf einen Bildschirm zu übertragen, muss erst ein Hotspot aufgebaut werden. Ein Mitarbeiter moniert: "Da spricht Merkel von Industrie 4.0 - und dann funktioniert nicht mal das Internet gut genug. In Mexiko geht das viel besser."

Siemens-Chef Joe Kaeser zeigt der Kanzlerin, dass Datensammeln selbst bei der Rasenpflege hilft. Im Stadion von Bayern München messen Sensoren, wie feucht und beansprucht der Rasen ist. Mit der Wettervorhersage helfen diese Daten dem Platzwart dabei, das Gras optimal zu pflegen. Für das Projekt "Industrie4.0@school" einer Berufsschule aus Neuwied nimmt sich Merkel Zeit. Sie startet eine von den Schülern gebaute Anlage, deren Roboter eine Powerbank, also eine Aufladestation fürs Handy, fräsen. "Können Sie denn selber noch was zerspanen oder kann das nur der Roboter?", will Merkel noch wissen. Die Schüler können sie beruhigen: Das Handwerk beherrschen sie selbst.

Deutschlands Maschinenbauer zeigen sich in Hannover in bester Verfassung und erhöhten ihre Wachstumsprognose für 2018 auf fünf Prozent. Doch die Industrie hat neben dem Breitbandausbau auch weitere Wünsche an die Politik. Der Verband VDMA fordert einfachere Vorgaben bei der Absicherung von Exportgeschäften über die Hermes-Deckung für Kredite bis fünf Millionen Euro. Nötig seien auch klare Leitlinien für den Einsatz der Künstlichen Intelligenz. Das könne nur über eine europäische Strategie geregelt werden.

(dpa)