Wirtschaft

Die gelbe Post erhöht ihr Porto erneut

Ab in den gelben Kasten - ab 1. April soll der Versand eines Briefes aber wieder teurer werden. FOTO: dpa / Marc Müller

Bonn. Änderung tritt zum 1. April in Kraft. Details sind noch offen. Großkunden sind aber schon jetzt verärgert.

Die Entscheidung der Post, das Briefporto zum 1. April deutlich anheben zu wollen, ist auf scharfe Kritik gestoßen. Vor allem Großversender sind verärgert über die erneute Preisrunde. „Fast jährlich gibt es versteckte oder offizielle Preiserhöhungen“, kritisiert Serkan Antmen vom Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Er frage sich, ob die Deutsche Post „nur an die Aktionäre denkt und nicht an die Kundenzufriedenheit“. Sein Verband erwarte, dass die erneute Preiserhöhung dafür genutzt wird, um die Zustellqualität zu verbessern. „Das war in den letzten Jahren leider nicht der Fall.“

Offen ist, um wie viel sich das Porto für Standardbriefe bis 1000 Gramm erhöhen wird. Während die Deutsche Post laut Medien einen Aufschlag um zehn Cent oder mehr anstrebt, tritt die Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde weiterhin auf die Bremse.

Die nun geplante Erhöhung wäre bereits die zweite in kaum mehr als zwei Jahren. Zuletzt war das Briefporto Anfang 2016 um acht Cent gestiegen. Die Deutsche Post begründet ihre Forderung damit, dass das Briefvolumen Jahr für Jahr sinke, zuletzt um vier Prozent auf rund 18,5 Milliarden Sendungen im Jahr 2017. Bereits zum Beginn dieses Jahres wollte die Post das Briefporto deutlich erhöhen. Doch die Netzagentur legte ihr Veto ein und verlangte zusätzliche Informationen über die Kostenentwicklung in der Briefzustellung. Die Portogebühren sind an den staatlichen Versorgungsauftrag gebunden, der vorsieht, dass Briefe in der Regel am nächsten Tag ausgeliefert werden.

Gegenwärtig versucht die Deutsche Post, Großkunden durch Rabatte etwa bei der sogenannten Digitalen Kopie enger an sich zu binden. Dabei handelt es sich um besonders geschützte E-Mails, die auf Dauer einen Teil des herkömmlichen Briefverkehrs ersetzen könnten. Beim Postkunden-Verband sieht man jedoch auch diese Initiative kritisch, weil sie mit den Portoerhöhungen im konventionellen Briefverkehr einhergehe.

Antmen bedauert, dass es schwer sei, Alternativen zur Deutschen Post zu finden. Der Markt sei „nicht leicht, weil Unternehmen mit eigenem Kapital eine eigene Struktur aufbauen müssen“. Dennoch hätten DVPT-Mitglieder Dienstleister gefunden, die in Konkurrenz zur Post stehen. „Die Zufriedenheit steigt.“