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| 19:04 Uhr

Erfolg in der Region
Alles begann mit einem Apotheker

Gleich vier Anlässe sind Grund für ein Fest: 100 Jahre Eurovia, 50 Jahre Lausitzer Grauwacke, 51 Jahre Elbekies Mühlberg – und die Einweihung eines modernen Elektrobaggers im Tagebau bei Lieske.
Gleich vier Anlässe sind Grund für ein Fest: 100 Jahre Eurovia, 50 Jahre Lausitzer Grauwacke, 51 Jahre Elbekies Mühlberg – und die Einweihung eines modernen Elektrobaggers im Tagebau bei Lieske. FOTO: LR / Frank Claus
Lieske. Die Eurovia feiert 100 Jahre Jubiläum, Lausitzer Grauwacke Lieske wird 50 und Elbekies Mühlberg gibt es seit 51 Jahren. Gesteinsproduzenten weihen Elektrobagger ein. Frank Claus

Es war vor 100 Jahren. Da hat sich der Apotheker Kurt Lüer die Frage gestellt, wie man „die Staubbindung der Straße“ erreichen könne. Am besten mit Abprodukten. Denn der Erste Weltkrieg war vorbei, die Welt lag in Trümmern. Da entwickelte er ein „Verfahren zur Herstellung einer stampfasphalt­haltigen Masse und gründete genau am 13. Mai 1918 die „Gesellschaft für Teerstraßenbau“, die erste Vorgängergesellschaft der Eurovia in Deutschland. Die bewegte Geschichte belegt: Seitdem ist das Unternehmen zu einem  der Wegbereiter im Straßenbau geworden. An sechs bundesweit verteilten Standorten, so auch in Lieske an der sächsisch-brandenburgischen Grenze, wurde gefeiert. In Lieske begeht mit der Lausitzer Grauwacke eine Tochter der Eurovia in diesem Jahr das 50. Betriebsjubiläum. Mit Auftraggebern, Lieferanten, Partnern und Mitarbeitern hat die Eurovia Gestein GmbH mit ihren Tochtergesellschaften dieses Ereignis mit rund 250 geladenen Gästen im hauseigenen Steinbruch der Lausitzer Grauwacke GmbH in Oßling in besonderem Ambiente begangen.

Mit der Elbekies Mühlberg GmbH – das „leistungsfähigste Kieswerk Europas“ – wie Tim Lorenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Eurovia GmbH, erklärte, feierte eine weitere Tochter bereits im vergangenen Jahr das halbe Jahrhundert. Mehrfach standen die Mühlberger mit ihren hochwertigen Kiesen im Fokus der Ausführungen – vor allem aber wegen „ihrer heroischen Leistungen“, wie der Vorstand erklärte, im vergangenen Jahr. Bei den enormen Stürmen damals waren 80 Meter Bandanlagen im Nassschnitt förmlich untergegangen. Spezialtaucher mussten in mehr als 30 Metern Tiefe die Bänder an Seilen befestigen, um sie wieder heben zu können. Vier Wochen konnte das Werk die hochwertigen Bauzuschlagstoffe nicht liefern. „Dass es nur vier waren, ist eine nicht hoch genug zu würdigende Leistung der Mühlberger Belegschaft“, unterstrichen sowohl der  Spartenleiter Gestein,  Robert Finke,  als  auch  Vorstand Tim Lorenz.

Vergangenheit und Zukunft – beides nahm in der Festveranstaltung gebührend Raum ein. In Schlaglichtern wurden bedeutende Infrastrukturprojekte vor allem des Straßen- und Gleisbaus – darunter natürlich markante Autobahnprojekte – reflektiert und auch kritisch erklärt, dass Teer bis in die 80er-Jahre verarbeitet worden sei, obwohl man gewusst habe, dass der Stoff krebserregend ist. Die Entwicklung von der Teerbau zur Eurovia, Zeiten von Hochkonjunktur im Straßenbau in Ost und West, die enorme Nachfrage vor allem nach der Wende und die neuen Anforderungen an moderne Straßen standen im Mittelpunkt der Ausführungen.

Neben einer Wanderausstellung, die auf zahlreichen Schautafeln unter anderem die 100-jährige Geschichte der Firma erzählt, gab es eine Vortragsreihe, die die Anwesenden von der Vergangenheit, über die Gegenwart bis hin in die aussichtsreiche Zukunft der Eurovia führte.

„Wir wissen, woher wir kommen, aber die Zukunft und die damit einhergehende Digitalisierung sowie die zunehmende Bedeutung des Umweltschutzes werden uns vor noch nie dagewesene Herausforderungen stellen“, so Robert Finke. „Dennoch haben wir bereits heute eine klare Vorstellung davon, wie der Abbau natürlicher Ressourcen in Zukunft effizienter und noch umweltverträglicher aussehen wird“, meinte er. Mit hammerharter Rammstein-Musik, so wie es das Gestein verlangt, wurde eine dieser Zukunftstechologien, ein neuer Elektrobagger  mit  einem Tageslichtfeuerwerk gebührend eingeweiht.

Aufhorchen ließ der Vorsitzende der Eurovia-Geschäftsführung, Tim Lorenz, als er fragte: „Was ist, wenn man von der Straße Gewächshäuser erwärmen könnte oder Schwimmbäder beheizen?“ Er wies in seinem Vortrag darauf hin, dass „sich nicht nur die Abläufe während des Abbaus, der Produktion und der Bauphase selbst automatisieren werden, sondern  dass Straßen zukünftig viel mehr als eine griffige Oberfläche bieten müssen, um die Mobilität der Zukunft zu garantieren“. Heizkraftwerke, Datenschnittstellen und Elektroladespuren – die Straße werde vielfältige Zusatzfunktionen aufweisen.

Übergabe des Elektrobaggers: Dr. Joerg Lukowski (l.), Excecutive Vice-Präsident der Firma Liebherr, Robert Finke, Spartenleiter Gestein der Eurovia, und Sohn Carl (6) beim Knopfdruck fürs Feuerwerk.
Übergabe des Elektrobaggers: Dr. Joerg Lukowski (l.), Excecutive Vice-Präsident der Firma Liebherr, Robert Finke, Spartenleiter Gestein der Eurovia, und Sohn Carl (6) beim Knopfdruck fürs Feuerwerk. FOTO: LR / Frank Claus