. Als Journalisten waren Markus Füller und Ralf Krüger Kollegen. Dann wechselten beide in die Wirtschaft. Seit 2014 sind sie Geschäftspartner. "Füller & Krüger" heißt ihre gemeinsame Firma. Das Zwei-Mann-Unternehmen bietet seinen Kunden "Strategische Beratung". Die Geschäftsidee wurde 2013 mit dem LEX-Gründerpreis der Wirtschaftsinitiative Lausitz ausgezeichnet.

Kommunikation wichtig

Was sich hinter dem Schlagwort "Strategische Beratung" verbirgt, erklärt Markus Füller so: "Wenn sich abzeichnet, dass es in einem Projekt unseres Auftraggebers Interessenkonflikte oder Widerstand geben wird, analysieren wir die Positionen der Beteiligten und geben Handlungsempfehlungen, damit das Projekt mit möglichst wenig Reibung umgesetzt werden kann." Diese Dienstleistung kann bei der Erweiterung eines Landwirtschaftsbetriebes genauso gefragt sein, wie beim Bau einer Stromtrasse. "Konflikthaltige Auseinandersetzungen sind heute ein fester Bestandteil von Infrastrukturprojekten, man denke nur an Stuttgart 21. Dass solche Projekte selten ohne Konflikte umgesetzt werden, kann man bedauern. Wichtiger ist, die Dynamik der Auseinandersetzung zu verstehen und sie professionell zu handhaben", sagt Füller. Dabei spiele die richtige, deeskalierende Kommunikationsstrategie eine entscheidende Rolle.

Markus Füller und Ralf Krüger sind zwar keine Psychologen, aber für ihre Arbeit nutzen sie auch diese Wissensquelle. "Wir sind mit einem Psychologennetzwerk verbunden. Es ist hilfreich zu wissen, wie Menschen in bestimmten Situationen reagieren", sagt Füller.

Warum Großprojekte zunehmend auf öffentlichen Widerstand stoßen, erklärt sich Markus Füller so: "Die Menschen setzen sich heutzutage intensiver mit der eigenen Umgebung auseinander und der Wohlstand lässt ihnen mehr Zeit dazu. Es ist immer wieder zu beobachten, dass die Öffentlichkeit empfindlich reagiert, wenn sie sich übergangen fühlt."

In ihr Produkt "Konfliktgutachten" lassen Füller und Krüger alle ihre Erfahrungen einfließen. "Als ehemalige Journalisten beherrschen wir das Einmaleins der Kommunalpolitik. Wir wissen, welche Gremien es gibt und wer die Meinungsbildner sind", sagt Markus Füller, der vor seiner Selbstständigkeit auch Pressesprecher des Energiekonzerns Vattenfall war. Die Kontakte, die er in dieser Zeit geknüpft hat, seien jetzt sehr hilfreich. "Wir betreuen in erster Linie Energieprojekte wie Windparks oder Übertragungsnetze. Die Energiewende ist das Feld, in dem wir uns am liebsten tummeln. Aber wir sind nicht auf die Energiebranche festgelegt. Unsere Auftraggeber können zum Beispiel auch Ministerien oder öffentliche Verwaltungen sein", sagt der Existenzgründer aus Spremberg.

Risiko inbegriffen

Zwei Jahre sind "Füller & Krüger" mit ihrer Firma am Markt. Markus Füller agiert von Spremberg aus, Ralf Krüger hat sein Büro in Dresden. Leicht sei es nicht, am Markt Fuß zu fassen, räumt Markus Füller ein. Den Schritt in die Selbstständigkeit hätten er und sein Geschäftspartner aber noch keine Sekunde bereut. "Mit der Firmengründung sind wir schon ein gewisses Risiko eingegangen. Wir müssen uns aktiv um Aufträge kümmern, mögliche Auftraggeber ansprechen. Persönliche Kontakte sind dabei von Vorteil, weil sie Türen öffnen." Wichtig sei außerdem die Mund-zu-Mund-Propaganda - zufriedene Kunden, die die Firma weiterempfehlen.

"Für unsere Arbeit brauchen wir das Vertrauen und die Offenheit unserer Auftraggeber. Und es ist wichtig, möglichst früh zu Projekten hinzugezogen zu werden", sagt Markus Füller. Er und sein Partner sehen sich weder als PR-Leute noch als Konfliktvermittler. "Wir verstehen uns als Berater in schwierigen Verständigungsprozessen. Wir schauen von außen auf diese Prozesse und geben Handlungsempfehlungen. Wir können unseren Kunden nicht versprechen, dass ihre Projekte völlig reibungslos laufen, aber wir können unsere Auftraggeber vor Fehlern bewahren", erklärt Füller. "Letztendlich geht es darum, mit den betroffenen Menschen vernünftig umzugehen, sie mitzunehmen, glaubwürdig zu sein. Darin liegt die Chance", sagt Füller.