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| 20:15 Uhr

Wirtschaft
Deutschlands Großstädte testen jetzt E-Lastenräder

 In Städten wie Berlin, Hamburg oder München wird der Lastwagen auf zwei Rädern getestet.
In Städten wie Berlin, Hamburg oder München wird der Lastwagen auf zwei Rädern getestet. FOTO: Stephanie Pilick
Berlin. Es ist ein Anfang, aber nur ein sehr zaghafter: Fünf Lastenrad-Fahrer sind seit knapp einem Jahr in der Berliner Innenstadt unterwegs, um in Teilen von Prenzlauer Berg und Mitte Pakete umweltfreundlich zu den Kunden zu bringen. Von Michael Gabel

Es gehe um die letzte Liefermeile, sagen die Initiatoren des Pilotprojekts, das vom Bundesumweltministerium gefördert wird.

Anlaufstelle für die E-Bike-Fahrer ist ein zentrales Lager, in dem die fünf großen Zustellfirmen DHL, UPS, Hermes, GLS und DPD ihre Pakete bereitstellen. Von diesen Mikro-Depots aus werden die Sendungen dann im Umkreis von 500 bis 1000 Metern verteilt. Angeblich schaffen die Boten mit ihren Lastenrädern genauso viele Lieferungen, als wenn sie mit Kleinlastern unterwegs wären. In anderthalb Wochen will das Ministerium eine Auswertung vornehmen und entscheiden, ob es fortgesetzt oder sogar ausgeweitet wird.

Das Modell hat jedoch einen Haken: Um eine echte Kooperation der Zustellfirmen handelt es sich nicht. Denn jeder Bote liefert nur die Pakete seiner eigenen Firma aus, obwohl eine gemeinsame Logistik wesentlich cleverer wäre. Auch das Deutsche Institut für Urbanistik verweist darauf, dass „aus kommunaler Sicht anbieterübergreifende Konzepte elementar“ seien.

Weitere Schwierigkeiten sehen Experten darin, dass es gerade in Innenstädten oft nicht leicht ist, geeignete Flächen für die Mikro-Depots zu finden. Das sei aber wichtig, heißt es in der Studie des Instituts. Denn „die Schaffung von vielen kleinen Verteilzentren“ sei „ein Schlüssel für die betriebliche und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Ansatzes“.

Ähnliche Projekte wie in Berlin gibt es bereits unter anderem in Hamburg und in München. Das Institut für Urbanistik sieht im Münchner Stadtzentrum erste positive Effekte – vor allem weil durch die Nutzung der E-Lastenräder „Luftschadstoffe und Treibhausgase“ vermieden würden. Auch hätten Anwohner den Mikro-Depot-Ansatz zum großen Teil positiv bewertet.