Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sieht darin sogar „ein Misstrauensvotum gegen die gesamte Eurozone“.

Die Nachfrage blieb mit Geboten von rund 3,89 Milliarden Euro deutlich hinter dem Angebot von sechs Milliarden Euro zurück. „Dass Deutschland einen so hohen Anteil einer Auktion nicht an den Markt bringen kann, habe ich noch nicht erlebt“, sagte Rudolph Hessler vom Bankhaus HSBC Trinkaus.

Der Bund will das restliche Emissionsvolumen nun am „Sekundärmarkt“ anbieten, wo bestehende Anleihen gehandelt werden. Die Bundesfinanzagentur kommentierte das Ergebnis in einer Stellungnahme, was ebenfalls ungewöhnlich ist: „Das Ergebnis der heutigen Auktion spiegelt das äußerst nervöse Marktumfeld“, hieß es. Es ergäbe sich aber kein Refinanzierungsengpass für den Bundeshaushalt.

Bankökonomen zeigten sich von der schwachen Auktion vor den Kopf gestoßen. Helaba-Analyst Umlauf sprach von einem „sehr besorgniserregenden“ Ergebnis. HSBC-Experte Hessler resümierte, selbst Deutschland könnte in dem aktuell nervösen Marktumfeld kaum noch große Summen am Anleihemarkt platzieren.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Lage am europäischen Markt für Staatsanleihen weiter verschlechtert. Nach Italien und Spanien waren zuletzt sogar Länder in „Kerneuropa“ wie Frankreich, Belgien und Österreich unter Druck geraten.