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| 07:07 Uhr

Frankfurt
Deutsche-Bank-Aktie fällt unter zehn Euro

Frankfurt. Zumindest in einer Hinsicht ist die Deutsche Bank gestern an einem Tiefpunkt angekommen, und auch da muss sich erst mal zeigen, ob es nicht noch weiter nach unten geht: Die Aktie der größten deutschen Bank ist zum Handelschluss erstmals unter zehn Euro gefallen. Bis auf 9,84 Euro sackte der Kurs zeitweise. Danach erholte er sich zwar wieder, aber am Handelsende stand immer noch ein Minus von knapp drei Prozent. Die 9,84 Euro waren allerdings noch kein absolutes Rekordtief. Das datiert aus dem Herbst 2016, als die amerikanische Justiz damit drohte, einen zweistelligen Milliardenbetrag von der Bank zu fordern, was Investoren und Kunden davon trieb. Damals war die Aktie zwischenzeitlich bis auf 9,40 Euro abgestürzt. Georg Winters

Zumindest in einer Hinsicht ist die Deutsche Bank gestern an einem Tiefpunkt angekommen, und auch da muss sich erst mal zeigen, ob es nicht noch weiter nach unten geht: Die Aktie der größten deutschen Bank ist erstmals zum Handelschluss unter zehn Euro gefallen. Bis auf 9,80 Euro sackte der Kurs. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung ging das Papier mit einem Minus von knapp fünf Prozent. Die 9,80 Euro waren allerdings noch kein absolutes Rekordtief. Das datiert aus dem Herbst 2016, als die amerikanische Justiz damit drohte, einen zweistelligen Milliardenbetrag von der Bank zu fordern, was Investoren und Kunden davontrieb. Damals war die Aktie zwischenzeitlich bis auf 9,40 Euro abgestürzt.

Natürlich ist die Aktie gestern auch in den Sog der Italien-Krise geraten. In Mailand stürzte die Börse um bis zu 3,7 Prozent ab, und es traf vor allem Banken wie Intesa Sanpaolound Unicredit, deren Kurse zeitweise um mehr als sechs Prozent einbrachen. Das Problem der italienischen Geldhäuser sind ihre hohen Bestände an italienischen Staatsanleihen. Wenn deren Kurse fallen, könnte das in den Bankbilanzen erheblichen Korrekturbedarf nach sich ziehen. Dem Misstrauen in die Banken des Landes folgte jenes in Kreditinstitute aus anderen Ländern. Auch die Commerzbank wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Aktie musste kräftige Einbußen hinnehmen und ging bei Verlusten von mehr als drei Prozent mit 9,04 Euro aus dem Handel.

Was die Deutsche Bank angeht, sind die politischen Unruhen in Italien aber mit Sicherheit nicht der einzige Grund für das neuerliche Abschmieren an der Börse. Die britische Investmentbank Barclays Capital hat ihr Kursziel sogar schon auf acht Euro gesenkt, weil sie offenbar nicht so recht an eine erfolgreiche Neuausrichtung glauben mag. Gestern hat die Bank - noch ehe der neue Vorstandschef Christian Sewing konkret gesagt hat, was er vorhat - schon Angekündigtes mal wieder begraben. Auch das könnte die Börsianer aufs Neue verstimmt haben. Diesmal geht es um die Digitalbank, die Ende dieses Jahres an den Start gehen sollte. Das hatte der damals amtierende Vorstandschef John Cryan im Oktober des vergangenen Jahres angekündigt. Damals sollte die Digitalbank ein eigenes Konto anbieten; jetzt gehe es in Richtung einer digitalen Plattform, sagte ein Sprecher der Bank. Einer Plattform, von wo aus die Deutsche Bank wie andere Finanzkonzerne Kunden auch an Wettbewerber vermittelt, aber immer in der Hoffnung, dass die Kunden auf der Plattform bleiben, die Bank selbst somit Provisionen kassieren und die Daten der Kunden nutzen kann.