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| 20:44 Uhr

Züge jede Stunde, in jede Richtung
Beim Deutschland-Takt bleibt das Lausitzer Revier abgehängt

 Entscheidende Verbindungen
Entscheidende Verbindungen FOTO: LR / Elisabeth Wrobel
Cottbus. Züge in jede Richtung, einmal die Stunde. Das sind die Pläne der Deutschen Bahn für die Zukunft des Personenverkehrs. Doch die Lausitz bleibt beim Deutschland-Takt hintenan. Von Jan Siegel

Der Deutschland-Takt ist ein entscheidendes Zukunftsprojekt der Bahn in Bezug auf den Personenverkehr. Das Grundprinzip des Taktes besteht darin, dass künftig Züge in jede Richtung in jeder Stunde – wichtige Verbindungen halbstündlich – zur selben Minute abfahren sollen. Anfang Mai hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) angekündigt, dass der Deutschland-Takt ab dem Jahr 2021 schrittweise eingeführt werden soll.

Das Konzept nimmt vor allem den schon jetzt hoch frequentierten Fernverkehr ins Visier. In der Lausitz gibt es diesen Fernverkehr bisher nicht. Trotzdem könnte die Region vom Deutschland-Takt profitieren. Ziel der Verkehrsplaner ist es nämlich, den Fernverkehr mit dem System des Nahverkehrs in den Regionen zu verzahnen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat gerade die Chancen und Defizite der aktuellen Planungen für den Süden Brandenburgs untersucht und dabei einige Stolperfallen für den schönen neuen Deutschland-Takt entdeckt.

Als besonders wichtig für die Bahnkunden in der Lausitz gelten dabei die Verbindungen nach Berlin und vor allem nach Leipzig. Von dort aus geht es auf die wichtigen Fernstrecken nach München, Köln und Frankfurt/Main. Die Fahrplan-Analyse der Fachleute des Landesverbandes Berlin-Brandenburg von Pro Bahn hat ergeben, dass der Regionalexpress nach Leipzig auch künftig die wichtigen Anschlüsse in Leipzig um wenige Minuten verpassen wird. Wartezeiten von rund einer Stunde sind die Folge. „An dieser Stelle ist der Deutschland-Takt im aktuellen Entwurf genauso schlecht wie der heutige Fahrplan“, resümieren die Fahrgast-Lobbyisten.

Eine neue IC-Verbindung zwischen Cottbus und Stettin soll gemeinsam mit dem RE 2 und einem künftigen BER-Zubringer RE 20 einen Halbstundentakt zwischen der Lausitzmetropole und der Hauptstadt schaffen.