Die deutschen Top-Autobauer sind vor allem in den Wachstumsmärkten USA und China gut aufgestellt und daher nicht so abhängig von der Entwicklung in Westeuropa. Dort ist der Automarkt angesichts der Schuldenkrise seit Monaten auf Talfahrt. Vor allem Hersteller wie Opel, Fiat oder PSA Peugeot Citroën schwächeln.

In Paris musste die Polizei am Dienstag Tränengas einsetzen, um 1000 demonstrierende Mitarbeiter von PSA und anderen Unternehmen am Stürmen des dortigen Automobil-Salons zu hindern, wie Medien berichteten. PSA hatte vor Kurzem eine Werksschließung und den Abbau von rund 8000 Jobs angekündigt.

Die Absatzkrise in Westeuropa wird die Autoindustrie nach einer Prognose noch mehrere Jahre belasten: "Unsere Aussicht ist, dass die Erholungsphase ungefähr zehn Jahre dauern wird", sagte Analyst Volker Krueger vom Prognoseinstitut LMC Automotive auf einer Veranstaltung der Ratingagentur Standard & Poor's in Frankfurt. Erst 2018 werden nach der Prognose wieder so viele Autos verkauft wie im Vorkrisenjahr 2007. In Deutschland werden demnach 2012 etwa zwei Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Vorjahr. Die Absatzkrise habe auch zur Rezession in der Autoproduktion geführt.

Europas größter Autobauer Volkswagen allerdings ist weiter gut unterwegs. Der Konzern hat nach vorläufigen Zahlen bis Ende September die weltweiten Auslieferungen um 10,6 Prozent auf 6,8 Millionen Fahrzeuge gesteigert und damit eine neue Rekordmarke erreicht. Auch bei der Kernmarke Volkswagen gab es neue Bestmarken. Die Zahl der Auslieferungen kletterte bis Ende September um 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum auf knapp 4,21 Millionen Wagen.

BMW verkaufte im vergangenen Monat weltweit 177 716 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce - ein Plus von 11,6 Prozent, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte. Erzrivale Audi verkaufte dank der guten September-Zahlen erstmals bereits nach neun Monaten mehr als eine Million Autos. Auch bei Mercedes-Benz lief es Gewinnwarnung und Sparpaket zum Trotz gut. Daimler verkaufte in seiner Pkw-Sparte im September 132 606 Autos der Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach, ein Plus von 2,4 Prozent.