Der frühere Verkehrsminister und sozialdemokratische Oppositionssprecher Jacob Buksti sagte gestern in Kopenhagen, ein "völlig einiges Parlament" verlange von Deutscher Bahn (Miteigner) und Bundesregierung, ihr "absolut inakzeptables Verhalten mit Zickzackkurs und zweideutigen Verhandlungsstrategien" zu beenden. Das Verhältnis zwischen beiden Seiten sei so zerrüttet, dass "man ja schon fast die Marine einsetzen muss, damit die Fähren überhaupt losfahren".
Die 1998 besiegelte Fusion der dänischen Staatsreederei DSB mit dem ebenfalls staatlichen deutschen Unternehmen DFO unter dem Dach der Bahn gilt seit längerem als missglückt. Neben permanentem Streit in der in Warnemünde angesiedelten Unternehmensleitung bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen berichten dänische Insider auch über ein teilweise vergiftetes Betriebsklima zwischen den 1400 dänischen und den knapp 1000 deutschen Kollegen. Deutschen Managern bis hin zu Bahnchef Hartmut Mehdorn werden "Herrschsucht" und "Arroganz" vorgeworfen. Die Dänen wollen Scandlines ganz übernehmen. (dpa/rb)