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| 13:53 Uhr

Technik der Zukunft
Batterie-Allianz wird in Paris geschmiedet

 Treffen in Paris: Bruno Le Maire (r), Wirschafts- und Finanzminister von Frankreich, hat am Donnerstag Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU,l) und Maros Sefcovic (M), Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar der Energieunion getroffen. Die drei Wirtschaftspolitiker schmieden eine Europäische Batteriezellen-Allianz.
Treffen in Paris: Bruno Le Maire (r), Wirschafts- und Finanzminister von Frankreich, hat am Donnerstag Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU,l) und Maros Sefcovic (M), Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar der Energieunion getroffen. Die drei Wirtschaftspolitiker schmieden eine Europäische Batteriezellen-Allianz. FOTO: dpa / Christophe Ena
Paris. In Paris sind am Donnerstag die Pläne für eine europäische Allianz zur Fertigung von Batteriezellen vorangetrieben worden. In der Lausitz hoffen viele Menschen auf viele neue Arbeitsplätze in diesem Bereich. Doch in den aktuellen Plänen spielt die Lausitz keine Rolle. Von Jan Siegel (mit dpa)

Der „Druck im Kessel“ steigt. Mit Milliarden-Investitionen will die EU eine europäische Batteriezellenproduktion fördern. So soll die enorme Abhängigkeit von asiatischen Herstellern in diesem Bereich gebrochen werden.

Die Lausitz rechnet sich beim verordneten Strukturwandel auch Chancen für die Ansiedlung neuer Zellenfabriken aus. Doch jetzt hat wohl erst einmal ein deutsch-französisches Konsortium die Nase ganz vorn, das eher in Rheinland-Pfalz investieren wird statt in der Lausitz.

Französche und deutsche Partner um den Autokonzern PSA (Peugeot, Citroen, Opel) haben dabei offenbar kräftig „aufs Gaspedal“ gedrückt. Sie drohten mit „irreversibler strategischer Entscheidungen“ für die Zukunft. Damit haben sie wohl die Wirtschaftsminister in Deutschland und Frankreich erfolgreich in ihrem Sinne zum Handeln gezwungen.

Deutschland und Frankreich treiben ihre Pläne für eine Batteriefertigung in Europa weiter voran. Die Opel-Mutter PSA und der französische Batteriehersteller „Saft“ hätten die Initiative für eine Produktion ergriffen, kündigten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und sein Kollege Bruno Le Maire am Donnerstag in Paris an.

Die EU-Kommission habe erlaubt, dass die Batteriezellenfertigung in Europa mit bis zu 1,2 Milliarden Euro öffentlichen Geldern gefördert werden könnte, sagte Le Maire.

Die nötigen Investitionen würden sich insgesamt auf fünf bis sechs Milliarden Euro belaufen, der Löwenanteil müsse von Unternehmen gestemmt werden. „Es ist ein Projekt, das es in dieser Form (...) noch nicht gegeben hat“, sagte Altmaier in Paris.

Die Kommission erwartet bis Juni Förderanträge für das erste europäische Batterieprojekt und will bis Ende Oktober eine Entscheidung treffen.

EU-Kommissionsvize Maros Sefcovic hatte im Jahr 2017 eine Batterie-Allianz auf den Weg gebracht. Ziel ist, rechtzeitig zu dem erwarteten Boom von Elektroautos in Europa Batteriefabriken aufzubauen.

Bisher werden nach offiziellen Angaben rund 84 Prozent der Batterien weltweit in Asien produziert und nur drei Prozent in Europa.