Als 30-Jähriger war Zeitz 1993 von der Marketingabteilung auf den Chefsessel des damals maroden Unternehmens gewechselt. In der Folge machte er die Marke mit dem Raubkatzenlogo zur weltweit drittgrößten der Branche. Aktuell allerdings läuft es bei Puma nicht besonders gut. Nach einer Gewinnwarnung müssen die Kosten dringend runter, auch der Abbau von Arbeitsplätzen steht im Raum.

Dennoch gibt der heute 49-Jährige seine Verantwortung endgültig ab und wendet sich seinem Lieblingsthema zu: Nachhaltigkeit. Ein Rückzug, bevor die Probleme bei Puma offensichtlicher werden und einen Schatten auf sein viel bewundertes Lebenswerk werfen? Wenn Nachfolger Franz Koch nächste Woche die Ergebnisse des dritten Quartals verkündet, dürfte er auch unangenehme Nachrichten für die 10 800 Mitarbeiter im Gepäck haben.

Gegen Ende von Zeitz' Amtszeit, so analysieren Experten, sei einiges liegengeblieben; allzu lange habe der Fokus nur auf Wachstum gelegen. Koch muss deshalb Strukturen verschlanken und die Organisation vereinheitlichen, er muss die ausgeuferte Kollektion verkleinern sowie Puma wieder klarer als Sportartikel- denn als Klamottenhersteller profilieren.

Dennoch ist der rote Faden unübersehbar, wenn sich Zeitz jetzt ganz seinem Herzensthema zuwendet. Schon vor Jahren brachte er Umwelt- und Klimaschutzaspekte bei Puma auf die Agenda, ließ gar eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung erstellen.

Im vergangenen Sommer dann le gte Zeitz sein Amt in die Hände des mit 32 Jahren ebenfalls auffallend jungen Puma-Strategen Franz Koch. Als Vorsitzender des Verwaltungsrats - des Aufsichtsgremiums der Puma SE - zog er zunächst im Hintergrund weiter die Fäden, sah sich als "Sparringspartner" für seinen Nachfolger. Jetzt kommt der klare Schnitt zum 30. November. Anfang des Monats hat Zeitz zudem die Leitung der Sport- und Lifestylesparte des Luxusgüterkonzerns PPR abgegeben. Von allen seinen Funktionen bleiben dem als Unternehmer ebenso wie als Stratege des Jahres ausgezeichneten Manager also lediglich seine Posten im Verwaltungsrat von PPR und im Aufsichtsrat von Harley Davidson. In beiden Unternehmen ist er für das Thema Nachhaltigkeit zuständig.