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Jürgen Gerdes
Der Mann, der die Post moderner machen soll

Die Deutsche Post eröffnet ein neues Vorstandsressort. Im Fokus steht das hauseigene Elektrofahrzeug Streetscooter. Mit Jürgen Gerdes wird ein Mann, der seit Jahrzehnten für die Post arbeitet, die Führung übernehmen.

Seit die Deutschen - übertrieben gesagt - jede Batterie einzeln im Internet bestellen, hatte Jürgen Gerdes einiges zu tun. Der Diplom-Verwaltungswirt war bis vor wenigen Tagen im Vorstand der Deutschen Post für den Bereich eCommerce und Pakete zuständig. In dieser Funktion gestaltete er seit mehr als zehn Jahren den Wandel des Unternehmens, der durch den Paketboom ausgelöst wurde: 2010 machten Pakete 20 Prozent des Post-Umsatzes in Deutschland aus, inzwischen sind es fast 50 Prozent.

Nun warten neue Aufgaben auf Gerdes. Er wird bei der Post das neue Vorstandsressort Corporate Incubations aufbauen - eine Art Aufzuchtstation für neue Ideen. Mobilitätslösungen für nachhaltige Logistik listet die Post auf, digitale Plattformen und Automatisierung sollen vorangetrieben werden. Im Fokus steht der Streetscooter. Gerdes soll das posteigene elektrischeLieferfahrzeug weiterentwickeln und weltweit vermarkten. Damit kennt er sich bestens aus, hat er doch schon im Paketbereich die Einführung des Streetscooter begleitet. Über die Fahrzeuge sagte er im vergangenen Jahr: "Wir stehen am Anfang einer gigantischen Entwicklung."

Ein eigenes Vorstandsressort für die Streetscooter zu schaffen, könnte nötig sein. Denn das Unternehmen hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen auf null zu reduzieren.

Gerdes ist bereits seit 1984 bei dem Bonner Konzern angestellt. Er ist auch diplomierter Kaufmann. Im vergangenen Jahr verlieh ihm die Leipzig Graduate School of Management die Ehrendoktorwürde. Seit 2007 ist Gerdes im Vorstand der Deutschen Post. Bis ein Nachfolger für sein ehemaliges Ressort gefunden ist, wird Post-Vorstandschef Frank Appel die Aufgaben in Personalunion übernehmen. Milena Reimann

(RP)