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Düsseldorf
Deka-Chefökonom: Europa hat genug Drohpotenzial

Exklusiv | Düsseldorf. Der Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater, hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Dieser rüttele an den Grundfesten der multilateralen Handelspolitik, die über Jahrzehnte allen Nationen zu mehr Wohlstand verholfen habe, sagte Kater. "Neben der Einführung von Zöllen setzt er auch den Wechselkurs als protektionistisches Instrument ein." Zudem behindere er die Funktionsfähigkeit der Welthandelsorganisation. Die kurzfristigen Folgen für die Konjunktur seien überschaubar. "Auf lange Sicht könnten sich aber gravierende Veränderungen im Welthandelssystem mit negativen Auswirkungen für das globale Wachstum ergeben." Ein gleichermaßen entschiedenes wie auch konstruktives Vorgehen der Europäer im Gleichschritt mit den anderen Handelsnationen müsse die Antwort sein. "Europa hat aufgrund seiner ebenbürtigen Marktgröße absolut glaubhaftes Drohpotenzial für Gegenmaßnahmen." Vorher sollten jedoch ernsthafte Verhandlungen um Möglichkeiten der Fortsetzung der liberalen Handelsordnung auch mit den USA stehen.

Der Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater, hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Dieser rüttele an den Grundfesten der multilateralen Handelspolitik, die über Jahrzehnte allen Nationen zu mehr Wohlstand verholfen habe, sagte Kater. "Neben der Einführung von Zöllen setzt er auch den Wechselkurs als protektionistisches Instrument ein." Zudem behindere er die Funktionsfähigkeit der Welthandelsorganisation. Die kurzfristigen Folgen für die Konjunktur seien überschaubar. "Auf lange Sicht könnten sich aber gravierende Veränderungen im Welthandelssystem mit negativen Auswirkungen für das globale Wachstum ergeben." Ein gleichermaßen entschiedenes wie auch konstruktives Vorgehen der Europäer im Gleichschritt mit den anderen Handelsnationen müsse die Antwort sein. "Europa hat aufgrund seiner ebenbürtigen Marktgröße absolut glaubhaftes Drohpotenzial für Gegenmaßnahmen." Vorher sollten jedoch ernsthafte Verhandlungen um Möglichkeiten der Fortsetzung der liberalen Handelsordnung auch mit den USA stehen.

Nach dem Inkrafttreten der US-Zölle auf Stahl und Aluminium wappnet sich die EU derweilen gegen eine mögliche "Stahlschwemme" auf dem europäischen Markt. Sollte die Untersuchung ergeben, dass ursprünglich für den US-Markt bestimmte Produkte nun nach Europa umgeleitet werden und dort die Preise verzerren, könne die EU ihrerseits Schutzzölle oder Mengenbeschränkungen einführen, erklärte die EU-Kommission.

Der Abschottungskurs der USA schlägt den deutschen Exporteuren auf die Stimmung. Wie das Ifo-Institut mitteilte, fielen die von ihm erhobenen Exporterwartungen im März um zwei Punkte auf 12,8 Zähler. Das ist der tiefste Stand seit Januar 2017. "Die Protektionismus-Debatte hinterlässt Spuren bei den deutschen Exporteuren", begründete das Institut die Entwicklung.

(maxi/dpa)