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| 14:58 Uhr

Börse in Frankfurt
Dax fällt auf tiefsten Stand seit Ende Oktober

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen FOTO: Fredrik von Erichsen
Frankfurt/Main. Belastet von einem sehr schwachen Technologiesektor hat der deutsche Aktienmarkt die neue Woche mit deutlichen Verlusten eingeläutet. dpa

Als Belastungsfaktoren wurden der anhaltende Haushaltsstreit zwischen Italien und der Europäischen Union sowie die stockenden Brexit-Verhandlungen genannt.

Der Dax rutschte erstmals seit Ende Oktober unter die Marke von 11.400 Punkten und verlor am Montagnachmittag 1,27 Prozent auf 11.383,07 Zähler. Der MDax, in dem die mittelgroßen Unternehmen repräsentiert sind, büßte 0,86 Prozent auf 23.971,59 Punkte ein. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,59 Prozent auf 3210,49 Zähler nach unten.

Die umstrittene italienische Haushaltspolitik sorgte erneut für Unsicherheit an den Märkten. Die italienische Regierung hat bis Dienstag Zeit, den von ihr vorgelegten Haushaltsentwurf für kommendes Jahr im Sinne der EU-Kommission nachzubessern. Bislang hat Italien noch keine Signale für ein Einlenken gegeben. Auch die Hängepartie um den geplanten Brexit vergraulte viele Anleger. Intensive Verhandlungen am Wochenende brachten noch keinen Durchbruch.

Nach ihrer jüngsten Stabilisierung gerieten Technologieaktien europaweit deutlich unter Druck. Der Stoxx Europe 600 Technology sank um 2,6 Prozent und bildete damit das Schlusslicht im Branchentableau. Neben den Dax-Schwergewichten SAP und Infineon gehörten die Papiere von Siltronic, S&T, Aixtron und Isra Vision mit Abgaben zwischen 4 und 12 Prozent zu den größten Verlierern.

SAP-Aktien büßten 3,7 Prozent ein. Europas größter Softwarehersteller hat das US-Unternehmen Qualtrics für 8 Milliarden US-Dollar (rund 7 Mrd Euro) übernommen. Der Zukauf sei „sehr kostspielig“, monierte die Bank Mainfirst in einer ersten Einschätzung.

Nach anfänglichen Kursgewinnen von bis zu 4,5 Prozent brachen die Aktien von Infineon komplett ein. Zuletzt verloren sie mehr als 8 Prozent und standen damit weit am Dax-Ende. Analysten werteten die Quartalszahlen und auch den Ausblick des Halbleiterkonzerns grundsätzlich positiv, fanden aber im Detail auch Schwachstellen. So sei die Profitabilität im wichtigen Automobilgeschäft erneut den Erwartungen hinterher gehinkt, schrieb Günther Hollfelder von der Baader Bank.

Mit minus 3,5 Prozent präsentierten sich auch die Titel der Lufthansa in schwacher Verfassung. Börsianer begründeten die Abgaben mit dem deutlich gestiegenen Ölpreis, der die Treibstoffkosten der Fluggesellschaft anschwellen lassen dürfte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,27 Prozent am Freitag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 141,05 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,29 Prozent auf 160,42 Zähler. Der Euro knüpfte an seinen Sinkflug der vergangenen Wochen an und fiel am Morgen bis auf 1,1240 US-Dollar, den tiefsten Stand seit knapp eineinhalb Jahren. Am Mittag notierte sie wieder etwas höher bei 1,1270 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1346 Dollar festgesetzt.