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| 02:32 Uhr

Dauerzulagen-Antrag verhilft zu mehr Sicherheit

Cottbus. Auch wenn die Zahl der Riester-Verträge nur noch geringfügig steigt: Inzwischen haben laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales 16,5 Millionen Bürger einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Und auch wenn viele Riester-Sparer unter den niedrigen Zinsen leiden, kann sich die Rendite je nach Vertrag durchaus sehen lassen. bbr

Schließlich unterstützt der Staat den Spareifer der Bürger in Form von Zulagen und Steuerersparnissen.

Die Grundzulage in Höhe von 154 Euro im Jahr erhält jeder Riester-Sparer. Hinzu kommen 185 Euro für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde. Für Nachwuchs, der nach 2008 das Licht der Welt erblickte, gibt es 300 Euro im Jahr. Allerdings sind die Extras vom Staat an einige Bedingungen geknüpft. So ist die Riester-Rente auf bestimmte Gruppen beschränkt. Außerdem gibt es die vollen Zulagen vom Staat nur dann, wenn Riester-Sparer mindestens vier Prozent ihres Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich der Zulagen in ihren Vertrag eingezahlt haben - maximal 2100 Euro. Wer es verpasst hat, die Einzahlungen etwa nach einer Gehaltserhöhung anzupassen, bekommt die Zulagen entsprechend gekürzt.

Schauen wir uns dazu ein Beispiel an: Herr Schulz hat einen Sohn und einen Bruttolohn von 40 000 Euro. Da der Sohn nach 2008 geboren wurde, erhält Herr Schulz 454 Euro Zulagen (154 Euro Grundzulage plus 300 Euro Kinderzulage). Die volle Zulage erhält Herr Schulz allerdings nur, wenn er mindestens 1146 Euro in seinen Riester-Vertrag einzahlt (vier Prozent seines Bruttoeinkommens abzüglich der Zulagen von 454 Euro). Würde Herr Schulz weniger einzahlen, würden seine Zulagen entsprechend gekürzt. "Daher sollten Riester-Sparer vor dem Jahresende prüfen, ob sie einen ausreichend hohen Betrag in ihren Vertrag eingezahlt haben", rät Steuerberater Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg.

Riester-Sparer sollten darauf achten, die Zulagen zu beantragen. Am unbürokratischsten ist sicherlich, einen Dauerzulagenantrag zu stellen. Wer keinen entsprechenden Antrag hat, muss die Extras vom Staat für 2016 bis spätestens 31. Dezember 2018 beantragen. Zudem sollten Anleger ihre Einzahlungen in die Riester-Rente in der Steuererklärung bis zur Höhe von 2100 Euro in die "Anlage AV" eintragen. Die Finanzämter berechnen dann, ob sich Steuerersparnis oder Zulagen rechnen. Da die Finanzämter vom ermittelten Steuervorteil die Zulagen abziehen, verlieren Riester-Sparer Geld, wenn sie die Zulagen nicht beantragen.

Allerdings haben nicht alle Riester-Sparer die Möglichkeit, von Steuerersparnissen zu profitieren. Sonderausgaben akzeptieren die Finanzämter lediglich bei unmittelbar förderberechtigten Personen - also bei Beamten und anderen, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Andere wie etwa Selbstständige haben zwar die Möglichkeit, einen Riester-Vertrag abzuschließen - sofern der Ehepartner unmittelbar förderberechtigt ist. In diesem Fall erhalten Anleger - sofern sie mindestens 60 Euro im Jahr einzahlen - die vollen Zulagen. Allerdings können sie die Einzahlungen nicht als Sonderausgaben in der Steuererklärung verrechnen.