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| 18:01 Uhr

Wirtschaft
Das macht die Lausitz stark: Lex-Sieger sichern über 1000 Jobs

Die Lex-Preisträger 2017 sind inzwischen gut im Geschäft mit Stoffen oder mit potenziellen Kunden für Reparatursets für Faserverbundbauteile unterwegs und richten die Montage von mobilen geschlossenen Rotorblatt-Wartungssystemen ein. Einer ist gerade auf der Erfindermesse in Genf.
Die Lex-Preisträger 2017 sind inzwischen gut im Geschäft mit Stoffen oder mit potenziellen Kunden für Reparatursets für Faserverbundbauteile unterwegs und richten die Montage von mobilen geschlossenen Rotorblatt-Wartungssystemen ein. Einer ist gerade auf der Erfindermesse in Genf. FOTO: Andreas Franke / WiL
Cottbus. Wirtschaftsinitiative Lausitz und enviaM starten 15. Existenzgründer-Wettbewerb. Sonderpreis für die besten Schülerfirmenkonzepte ausgelobt. Von Beate Möschl

Gemeinsam mit den Preisträgern des Vorjahres hat die Wirtschaftsinitiative Lausitz (Wil) am Montag den 15. Lausitzer Existenzgründerwettbewerb (Lex) eröffnet. Der Startschuss für den in der Lausitzer Gründerszene beliebten Wettbewerb fiel bei der envia Service GmbH in Cottbus. Der regionale Energiedienstleister enviaM ist Gründungsmitglied der Wirtschaftsinitiative Lausitz und langjähriger Sponsor des Lex.

Der Wettbewerb richtet sich an Existenzgründer und Unternehmen in der Lausitz, deren Gründung nicht länger als vier Jahre zurückliegt. Sie sind aufgerufen, sich mit ihren Konzepten für eine Unternehmensgründung, eine Geschäfts­feld­erweiterung oder eine Unternehmensnachfolge um einen der drei Preise zu bewerben, die mit insgesamt 9000 Euro dotiert sind.

„Eine Teilnahme lohnt sich nicht nur wegen der Preisgelder, sondern auch, weil die Teilnehmer über den gesamten Wettbewerbszeitraum bis zur Preisverleihung im November von den Coachings, Workshops und der Betreuung durch die Wil profitieren können“, so der Wil-Vorsitzende und Vorsitzende der Lex-Jury, Michael von Bronk. Er verweist auf die hochqualitativen Ergebnisse des vergangenen Jahres, die es der Jury nicht leicht gemacht hatten. Deshalb seien 2017 erstmals zwei dritte Preise vergeben worden. „Eigentlich gab es noch eine fünfte Idee, die ganz ausgezeichnet war“, sagt von Bronk und fügt an: „„Auch im 15. Jahr des Lex freuen wir uns auf die qualitativ hochwertigen Unternehmenskonzepte von Lausitzer Existenzgründern und Unternehmensnachfolgern. Die vergangenen Wettbewerbsjahre haben gezeigt, dass die Lausitz über eine vitale und engagierte Gründerszene sowie zahlreiche Chancen und Potenziale verfügt.“

Die finanzielle und organisatorische Unterstützung der Sponsoren und Partner der Wil ermögliche es, den Wettbewerb bereits zum fünfzehnten Mal durchführen zu können. Der Lex-Wettbewerb wird komplett durch Sponsoren aus der Wirtschaft, von Kommunen und Organisationen finanziert.

Auf den Wettbewerb haben von Bronk zufolge seit Erstauslobung im Jahr 2004 mehr als 1200 junge Unternehmer aus der Lausitz reagiert und ihre Teilnahme angemeldet. 694 Geschäftspläne sind in diesem Zeitraum eingereicht und durch die Jurymitglieder geprüft worden. 313 erfolgreiche Gründungen, Geschäftsfelderweiterungen und Unternehmensnachfolgen stehen zu Buche. Mehr als 1000 Arbeitsplätze wurden dadurch in der Lausitz geschaffen beziehungsweise erhalten.

Die Herzbergerin Mandy Berger, Inhaberin des Online-Handels und Stoff- und Kurzwarengeschäftes „Schnuckidu“, bestätigt den Trend. „Der Lex hat mir sehr viel gebracht, sehr viel Presseanfragen, Zuspruch aus der Region und viele Kunden. Die Nachfrage ist so schnell gestiegen, dass ich es mir Ende 2017 leisten konnte, weitere Mitarbeiter einzustellen. Die Nähkurse sind gestartet, und es gibt neue Termine“, schildert die Gewinnerin des Lex 2017. Sie war über die Existenzgründerwerkstatt „Garage Lausitz“ auf den Lex aufmerksam geworden.

Auch bei Doreen Zeumke läuft alles wie am Schnürchen, wie die RUNDSCHAU auf Nachfrage erfuhr. Die Cottbuserin hatte 2004, dem ersten Jahr des Lex-Wettbewerbes, den ersten Preis gewonnen mit der Idee, einen Coffeeshop auf dem Cottbuser Altmarkt einzurichten. Ihr „Coffeelatte“ brummt, mittlerweile wird hier der Kaffee auch selbst geröstet. „So etwas gab es damals noch nicht mal in Hamburg und Berlin, heute gibt es das überall“, sagt Doreen Zeumke. Sie beschäftigt heute circa 20 Mitarbeiter, neun davon sind fest angestellt, und ist noch mit der gleichen Leidenschaft dabei. Vor zwei Jahren eröffnete die Architektin das „Heimat und Herz“ in der Cottbuser Sprem, eine Mischung aus Bäckerei, Café und Feinkostladen.

Etwas von dieser Leidenschaft abgeben können und wollen wohl alle Lex-Preisträger gern. Die Wirtschaftsinitiative Lausitz und die Sponsoren und Partner des Wettbewerbes machen das in diesem Jahr mit dem Sonderpreis für die besten Schülerfirmenkonzepte der Lausitz möglich. Der Sonderpreis ist mit 2500 Euro dotiert. In dem Wettbewerb sollen Schüler eine Geschäftsidee konzeptionell entwickeln, wobei schulpädagogische und betriebswirtschaftliche Themen miteinander verbunden werden können. Bewerben können sich Schüler ab Klassenstufe 8. Sie können ihr Schülerfirmenkonzept bis zum 31. Mai 2018 bei der Wirtschaftsinitiative Lausitz einreichen.

„Die Jugend der Lausitz steckt voller guter Ideen und hat kluge Köpfe, diese möchten wir mit dem Sonderpreis schon frühzeitig unterstützen. Die Weichen für eine spätere erfolgreiche Existenzgründung oder eine Unternehmensnachfolge können bereits früh in der Schule gestellt werden“, begründet Michael von Bronk die Entscheidung. „Den Schülerwettbewerb sehen wir als Motivation für junge Menschen, sich mit unternehmerischen Fragestellungen zu befassen und das erworbene Wissen später in ein erfolgreiches Geschäftsmodell umzusetzen.“

Alle Infos zu Lex auf Facebook unter Facebook.com/LEXLausitz oder im Internet unter www.wil-ev.de