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| 19:36 Uhr

Infrastruktur
Das Comeback der alten Strecken

 Neue Schienen werden auf einer alten Bahntrasse in Hahnenfurt zwischen Wuppertal und Mettmann verlegt. Diesem Beispiel sollten vor allem im Osten noch viel mehr Projekte folgen.
Neue Schienen werden auf einer alten Bahntrasse in Hahnenfurt zwischen Wuppertal und Mettmann verlegt. Diesem Beispiel sollten vor allem im Osten noch viel mehr Projekte folgen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Berlin. Eine Allianz für die Schiene: Viele stillgelegte Bahnverbindungen sollten reaktiviert werden. Von Dorothee Torebko

Mehr Bahnstrecken für den Osten: Die Allianz pro Schiene und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) haben ein Konzept vorgelegt, wonach stillgelegte Schienen wieder reaktiviert werden könnten. Auf einer Deutschlandkarte haben die Verbände 186 Schienenwege eingezeichnet, die nach ihrer Ansicht wieder in Betriebe genommen werden sollten. Vor allem das Berliner Umland könnte von dem Konzept profitieren.

So sind auf der Karte etwa Teilstrecken von Oranienburg nach Velten oder von Werneuchen nach Wriezen verzeichnet. Diese könnten ohne allzu großen Aufwand, so die Verbände, wieder an das Streckennetz angeschlossen und somit Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Gerade aufgrund der politischen Großwetterlage, wonach die Schiene so viel Aufmerksamkeit bekommt wie nie zuvor, könne man hoffen. Der Osten war in den vergangenen Jahren am meisten von Stilllegungen betroffen. „In Ostdeutschland haben wir einen Rückzug des Nahverkehrs um 90 Prozent“, sagt Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege. Und auch in Sachen Reaktivierung ist seit der Bahnreform wenig passiert. So wurden in Brandenburg nur 27 Kilometer für den Personennahverkehr und 29 Kilometer für den Güterverkehr wieder in Betrieb genommen. Beim Spitzenreiter Baden-Württemberg waren es 144 Kilometer im Nahverkehr, 24 im Güterverkehr.

„Das muss sich ändern. Deshalb fordern wir die Länder auf, das Reaktivierungspotenzial zu prüfen“, bekräftigt Flege. Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen untersuchen bereits das Potenzial, stillgelegte Strecken wieder ans Netz zu nehmen. In Brandenburg ist das bisher nicht der Fall. Ministeriumssprecher Steffen Streu verweist stattdessen auf die Erfolge: So soll in fünf Jahren die Heidekrautbahn zwischen Basdorf und Berlin-Wilhelmsruh verkehren. Eine Reaktivierung weiterer Strecken sei nicht geplant.

Den Verbänden ist das nicht genug. Sie fordern mehr Initiative vonseiten der Bundesregierung. „Der Bund ist in der Pflicht. Die stillgelegten Strecken waren vorher Bundesschienenwege“, moniert Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Flege. Daher sei dieser für die Reaktivierung verantwortlich. Das Bundesverkehrsministerium verteidigte sich am Montag damit, dass Strecken immer nur dann stillgelegt worden seien, wenn es keine Nachfrage mehr gegeben habe.

 Neue Schienen werden auf einer alten Bahntrasse in Hahnenfurt zwischen Wuppertal und Mettmann verlegt. Diesem Beispiel sollten vor allem im Osten noch viel mehr Projekte folgen.
Neue Schienen werden auf einer alten Bahntrasse in Hahnenfurt zwischen Wuppertal und Mettmann verlegt. Diesem Beispiel sollten vor allem im Osten noch viel mehr Projekte folgen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch