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Daimler investiert in Kamenz 500 Millionen Euro

Setzten den ersten Spatenstich: Kamenz' OB Roland Dantz, Accumotive-Geschäftsführer Frank Blome, Daimler-Vorstand Thomas Weber, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Mercedes-Benz-Cars-Bereichsvorstand Markus Schäfer und Bautzens Landrat Michael Harig (v.l.).
Setzten den ersten Spatenstich: Kamenz' OB Roland Dantz, Accumotive-Geschäftsführer Frank Blome, Daimler-Vorstand Thomas Weber, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Mercedes-Benz-Cars-Bereichsvorstand Markus Schäfer und Bautzens Landrat Michael Harig (v.l.). FOTO: ume1
Kamenz. Daimler investiert 500 Millionen Euro in den Bau einer neuen Batteriefabrik seiner Tochter Accumotive in Kamenz. Die Stadt werde damit Kompetenzzentrum im globalen Produktionsverbund für Lithium-Ionen-Batterien, sagte Markus Schäfer, Bereichsvorstand Mercedes-Benz-Car, gestern anlässlich des Spatenstichs für die Fabrik. Uwe Menschner / ume1

Kamenz wird zum weltweiten Kompetenzzentrum des Daimler-Konzerns für die Batterieproduktion. Dies kündigte der für Forschung und Entwicklung zuständige Daimler-Vorstand Thomas Weber gestern anlässlich des ersten Spatenstichs für das Werk II der Accumotive GmbH & Co. KG an.

Die Perspektiven sind geradezu Atem beraubend. Der Daimler-Konzern will den Anteil der Fahrzeuge mit Elektroantrieb am Gesamtabsatz bis zum Jahre 2025 auf bis zu 25 Prozent ausbauen. "Und dabei sind die Fahrzeuge mit Hybridantrieb noch gar nicht einbezogen", wie Entwicklungsvorstand Thomas Weber betont. Wenn man davon ausgeht, dass Daimler im Jahre 2015 weltweit fast drei Millionen Fahrzeuge absetzte und dass diese Zahl einigermaßen stabil bleibt, kommt man auf jährlich circa 750 000 Elektrofahrzeuge ab 2025.

Natürlich benötigen alle diese Fahrzeuge leistungsstarke und zuverlässige Batterien. Doch damit nicht genug: Mit den ebenfalls in Kamenz gefertigten stationären Energiespeichern für Industrie und Privathaushalte hat sich Daimler ein weiteres Anwendungsfeld für seine Batterientechnologie erschlossen. Entsprechend hoch angebunden ist das Thema innerhalb des Konzerns, und entsprechend ansehnlich sind die dafür vorgesehenen Investitionen: Weltweit belaufen sie sich auf eine Milliarde Euro.

Das Werk soll 2018 stehen

Und die Hälfte davon - also circa 500 Millionen Euro - fließt nach Kamenz. Dafür entsteht bis zum Jahre 2018 ein neues Werk für die hundertprozentige Konzerntochter Accumotive, das als "Werk II" bezeichnet wird. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe des bereits existierenden Werkes I, von diesem allerdings durch die Nordstraße getrennt. Die Dimension verdeutlichen folgende Zahlen: Das Werk I verfügt über eine Produktions- und Logistikfläche von 20 000 Quadratmetern. Mit dem Werk II kommen weitere 60 000 Quadratmeter - also das Dreifache - hinzu. "Es wird eines der größten und modernsten Werke für die Fertigung von Lithium-Ionen-Battterien in ganz Europa sein", erklärt Markus Schäfer, Bereichsvorstand Mercedes-Benz-Cars. Die Mitarbeiterzahl am Accumotive-Standort Kamenz soll sich nach seinen Angaben bis 2020 von derzeit 350 auf 700 verdoppeln. Hinzu kommen nach derzeitigem Stand weitere 140 Beschäftigte in Nabern (Baden-Württemberg), wo Forschung und Entwicklung sowie die Firmenzentrale sitzen.

Um den Bezug zu erneuerbarer und nachhaltig produzierter Energie zu verdeutlichen, konzipiert Daimler das "Werk II" seiner Tochter Accumotive als Kohlendioxid-neutrale Fabrik: "Ein Blockheizkraftwerk und eine Fotovoltaik-Anlage werden in Verbindung mit stationären Batteriespeichern die Produktionsanlagen mit Energie versorgen. Hierfür werden auf dem Dach der neuen Fertigungshalle Solarmodule auf einer Fläche mit der Größe von zwei Fußballfeldern installiert", erläutert Markus Schäfer.

Autos werden elektrogetrieben

Wie Daimler-Vorstand Thomas Weber verdeutlicht, sollen bis zum Jahre 2025 zehn Fahrzeugreihen aus dem Hause Daimler-Benz - vom Smart bis zum SUV - elek trogetrieben fahren. Und auch wenn die in Kamenz bis dahin geschaffenen Kapazitäten gewaltig sind, so reichen sie doch nicht aus, um den damit verbundenen Bedarf zu bewältigen. Deshalb baut der Daimler-Konzern einen globalen Fertigungsverbund für die Produktion von Batterien aus. "Kamenz bleibt das Kompetenzzentrum für diesen Verbund", versichert Thomas Weber. Und weiter: "So halten wir das in allen Bereichen: produziert wird weltweit, aber die Koordination und Führung erfolgt von unserem deutschen Standort aus."