Die Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG befindet sich auf Expansionskurs. Die hundertprozentige Tochter der Daimler AG, Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien, baut derzeit eine neue Fertigungshalle, die bis Mitte 2015 in Betrieb gehen soll. Am gestrigen Montag feierte sie im Beisein des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) symbolisch Richtfest.

Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt. Wohl selten traf dieses Sprichwort besser zu als für die gegenwärtige Stimmung am Hochtechnologiestandort Kamenz. Nur knapp zwei Wochen, nachdem das baldige weitgehende Aus für die Li-Tec GmbH verkündet worden war, feiert die Schwesterfirma Deutsche Accumotive ihre kontinuierliche Erweiterung. Insgesamt will sie in den kommenden Jahren circa 100 Millionen Euro investieren. "Mit der Fertigstellung der dritten Baustufe - eben der jetzt in Arbeit befindlichen Halle - werden sich unsere Produktions- und Logistikflächen gegenüber dem Start 2011 vervierfacht haben", erklärt Geschäftsführer Frank Blome. Und weiter: "Wir rechnen in den kommenden Jahren mit einer hohen und stetig steigenden Nachfrage nach Batterien aus unserer Produktion." Derzeit liefert die hundertprozentige Daimler-Tochter die Lithium-Ionen-Batterien für den Smart fortwo electric drive sowie für die Hybridvarianten der S-, E- und C-Klasse von Mercedes-Benz. Bislang wurden mehr als 50 000 Batterien ausgeliefert. Auch künftig, so kündigt Frank Blome an, sollen die Hybrid- und reinen Elektromodelle aus dem Hause Daimler von in Kamenz hergestellten Batterien angetrieben werden.

Deren Innenleben wird dann allerdings nicht mehr von der benachbarten Li-Tec Battery GmbH stammen. Das vor etwa zwei Wochen verkündete Aus für die Produktion des ebenfalls in Kamenz ansässigen Schwesterunternehmens, das sich auf die Herstellung der Batteriezellen spezialisiert hat, wird sich laut Frank Blome jedoch nicht negativ auf die Deutsche Accumotive auswirken: "Li-Tec hat technisch sehr gute Produkte entwickelt. Die Größe des Unternehmens war jedoch nicht ausreichend, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Li-Tec wird als Firma weiter existieren und sich auf Forschungsaufgaben konzentrieren." Für den größten Teil der circa 280 Mitarbeiter könne man einen Arbeitsplatz bei der wachsenden Schwester Accumotive, die derzeit circa 180 Beschäftigte zählt, anbieten. Genaue Zahlen nennt Blome noch nicht.

Dabei setzt die Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG nicht allein auf die Automobilbranche: "Zusätzliche Wachstumschancen ergeben sich durch den Einstieg in das Geschäft mit stationären Energiespeichern", wie der Geschäftsführer betont. Das Kundenspektrum dafür reiche vom Privathaushalt mit Fotovoltaikanlage auf dem Dach bis hin zur Großindustrie.

Auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich freut sich über die Entwicklung der Deutsche Accumotive: "Dies beweist einmal mehr die Güte des Innovationsstandortes Sachsen." Der Freistaat werde "auch bei der zweiten automobilen Revolution, dem Umstieg vom Verbrennungs- zum Elektroantrieb, eine führende Rolle spielen".